Castrop-Rauxel plant neue Wohnungsbaugesellschaft

15 Jahre nach Verkauf

Castrop-Rauxel will den Wohnungsmarkt besser steuern können. Dafür plant die Stadt die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (GeWo II). Bürgermeister Kravanja sagte, der Verkauf der alten Gesellschaft sei ein Fehler gewesen – 15 Jahre nach GeWo I nimmt die Gründung klarere Formen an.

CASTROP-RAUXEL

, 17.05.2017, 12:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Castrop-Rauxel plant neue Wohnungsbaugesellschaft

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Es gibt grünes Licht von der Bezirksregierung, dass die Stadt das Thema konkret angehen kann. „Bedarfsanalyse und ein Businessplan auf die nächsten zehn Jahre sind dabei zwingend“, sagte Bürgermeister Rajko Kravanja im Vorgriff auf die Ratssitzung am 8. Juni. Dann, darüber wurde Montagabend auf einer interfraktionellen Runde gesprochen, soll der Beschluss gefasst werden, ein externes Institut mit einem Gutachten zu beauftragen.

Es geht gezielt um die Entwicklung der Stadtteile

„Wir brauchen eine ehrliche, offene Analyse“, erklärte Kravanja und fügte hinzu: „Kosten darf uns so eine Tochter keinen Cent.“ Man werde damit sicher auch keine dicken Gewinne einfahren, aber eben wieder ein Steuerungsinstrument bekommen, mit dem ganz gezielt Stadtteil-Entwicklung betrieben werden könnte.

Das A und O sind die drei zentralen Fragen nach dem Bedarf, der Wirtschaftlichkeit sowie nach steuerlichen und rechtlichen Aspekten. „Dafür brauchen wir externen Sachverstand“, betonte Kravanja. Dazu, dass die Stadt Grundstücke auf eine neue Gesellschaft übertragen kann, wenn denn tatsächlich eine neue gegründet wird, habe die Bezirksregierung trotz der Auflagen aus dem Haushaltssicherungskonzept zugestimmt. „Genug Grundstücke besitzt die Stadt jedenfalls, das Portfolio ist ganz ordentlich“, stellte Kravanja klar.

Politiker entscheiden am 8. Juni über Einzelheiten

Welche Grundstücke es perspektivisch sein könnten, darüber wird es zunächst im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung gehen. „Und wir werden in integrierte Lagen gehen, dorthin, wo Infrastruktur vorhanden ist, Schule und Kindergarten in der Nähe sind“, sagte der Bürgermeister. Wenn denn, das ist unabdingbar, die Bezirksregierung auch am Ende grünes Licht gibt, soll es in erster Linie darum gehen, selbst zu bauen.

Und zwar durchmischt. Nach dem Muster ein Drittel sozial geförderter Wohnraum, eines im unteren Preissegment und das dritte Drittel für den freien Markt. Dass der Bedarf bei rund 300 Wohnungen liegt, ist schon seit rund anderthalb Jahren Thema bei uns. Und zwar nicht nur für Flüchtlinge, sondern generell für Familien mit kleinem Geld.

Das Gutachten, das für eine akzeptable Summe zu haben sein soll, wird für Herbst 2017 erwartet.

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