Castrop-Rauxeler fährt mit dem Fahrrad nach Venedig - Fünf Tipps für die Mega-Rad-Tour

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Fahrradfahren ist gut für die Gesundheit und auch für die Umwelt. Das weiß auch Michael Kirchhelle (33) und radelt mal eben nach Venedig. Das sind seine fünf Tipps für die Rad-Tour.

Castrop-Rauxel

, 08.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Schon als Kind ist Michael Kirchhelle gerne Fahrrad gefahren. Als Fünfjähriger ist er mit seinem Vater von Castrop-Rauxel ins 70 Kilometer entfernte Münsterland gefahren, um seine Oma zu besuchen. Heute ist er 33 Jahre alt und eine Radtour ins Münsterland wäre für ihn wahrscheinlich nicht mehr erwähnenswert. Denn er fährt ganz andere Strecken.

Aktuell macht er eine Fahrrad-Tour nach Venedig, am Samstag, 6. Juli, ist er losgeradelt. Von Castrop-Rauxel nach Venedig sind es 1115 Kilometer.

Castrop-Rauxeler fährt mit dem Fahrrad nach Venedig - Fünf Tipps für die Mega-Rad-Tour

So sieht die Tour von Castrop-Rauxel nach Venedig aus. Insgesamt fährt Michael 1115 Kilometer mit dem Fahrrad. © Maiwald, Victoria

Jeden Tag radelt Kirchhelle 27 Kilometer zur Arbeit und die gleiche Strecke wieder zurück

2015 hat er angefangen längere Strecken mit dem Rad zurückzulegen. „Zu der Zeit sind alle meine Kollegen mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Aus Spaß meinten sie zu mir, ich könne ja auch mit dem Rad kommen.“ Es war deswegen ein Spaß, weil Michael Kirchhelle 27 Kilometer entfernt wohnt, er arbeitet als Straßenwärter in Lippramsdorf.

Im selben Jahr hat er sich ein E-Bike angeschafft. Jetzt fährt er die Strecke täglich, dafür braucht er über eine Stunde.

Ein kurzer Abstecher mit Fahrrad ins 107 Kilometer entfernte Bielefeld – und noch viel weiter

„Dann wollten meine Verwandten das Fahrrad auch mal sehen. Da habe ich mir überlegt, ich könnte ja mal eine Tour machen.“ Kirchhelles Verwandte wohnen in Bielefeld. Das ist eine Strecke von 107 Kilometern. Das war ihm aber nicht genug und er plante die Tour länger.

Von Castrop-Rauxel nach Bielefeld. Von Bielefeld nach Hamburg. Auch das war nicht genug: „Da dachte ich, ‚nach Schweden wollte ich auch schon immer mal‘ und habe das eingeplant.“ Also ging es dann von Hamburg nach Trelleborg.

Castrop-Rauxeler fährt mit dem Fahrrad nach Venedig - Fünf Tipps für die Mega-Rad-Tour

Schon als Kind ist Michael Kirchhelle gern mit dem Fahrrad gefahren. Als Fünfähriger ist er 70 Kilometer weit geradelt, um seine Oma zu sehen. © Victoria Maiwald

Von Castrop-Rauxel nach Venedig in fünf Wochen

Zwei Jahre später ging es mit dem Rad nach Österreich und vergangenes Jahr nach Norwegen.

Für die Reise nach Venedig hat Michael Kirchhelle fünf Wochen eingeplant. Bei jedem Zwischenstopp plant er einen Tag Aufenthalt ein. So hat er genug Zeit, sich jede Stadt, die er besucht, anzuschauen. Zwischen Castrop-Rauxel und Venedig liegen sechs Zwischenstopps: Hachenburg, Heppenheim, Schorndorf, Kempten, Sölden und Bozen. Ab Bozen nimmt Michael Kirchhelle das erste Mal an einer geführten Fahrradtour teil. Für die gesamte Tour – mit Übernachtungen, Verpflegung, geführter Tour und Rückfahrt mit dem Zug – rechnet er mit 4000 Euro.

Freiheit, viel Natur und neue Leute kennenlernen. Das ist der Anreiz für Michael Kirchhelle seinen Urlaub auf dem Fahrrad zu verbringen. Entspannend ist es auch: „Beim Fahrradfahren trampelt man ein bisschen und kann dann richtig abschalten.“

Fünf Tipps für solche Mega-Radtouren:


Ziele steigern

  • 1. Zu Beginn sollten Anfänger nicht übermotiviert sein. Erstmal kleine Ziele setzen und sich dann immer weiter steigern. Also lieber vielleicht erst nach Bochum fahren, statt direkt die Tour nach Venedig zu planen.

    Planung ist alles
  • 2. Mit der Planung beginnt Michael Kirchhelle bereits ein Jahr vor der anstehenden Tour. Die Strecke plant er mit der App naviki.de. „Die App zeigt mir alle 25 Kilometer Zwischenstopps an.“ Außerdem zeigt das Programm Steigungen auf der Strecke an, wie viel CO2 durch das Radeln eingespart wird und wie viele Kalorien der Radler auf der Strecke voraussichtlich verbrauchen wird.

    Außerdem kann der Nutzer auswählen, mit welchem Fahrrad er unterwegs ist und passt die Strecke automatisch an. Eine Tagestour ist ungefähr 135 Kilometer lang.
    „Die App zeigt mir alle 25 Kilometer Zwischenstopps an.“
    Michael Kirchhelle

    Navi hilft
  • 3. „Ich persönlich finde es komfortabler mit einem Navi zu fahren. Mit einer Karte ist es doch etwas umständlich.“ Für die Navigation nutzt er ein extra Navigationsgerät. Klar, würde es auch mit dem Smartphone funktionieren.

    Aber auf längeren Strecken macht der Akku schlapp. Dann reicht es leider auch nicht mehr für schöne Urlaubsfotos.

    Kurzfristig buchen
  • 4. Hotels bucht Michael immer spontan, einen Tag bevor er den Ort erreicht. Auch dafür nutzt er einfach eine App. Selbst wenn in der Stadt keine Zimmer mehr frei sind, dann erweitert er einfach seinen Suchradius und sucht sich eine Schlafgelegenheit in den angrenzenden Orten. „Mit dem Fahrrad bin ich ja flexibel.“

    Akku einteilen
  • 5. Den Akku des E-Bikes teilt er sich ein. „Wenn man die ganze Zeit mit voller Akku-Power fährt, hält der natürlich nicht die ganzen 135 Kilometer.“ Michael fängt mit der untersten Unterstützungsstufe an und steigert sich langsam.

    Gut geplant, hält der Akku auch den ganzen Tag lang. Michael kam noch nie in die Bedrängnis, ohne Akku-Unterstützung fahren zu müssen. Am Zielort angekommen, lädt er den Akku für das E-Bike im Hotel auf.
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