Castrop-Rauxeler Gymnasium kämpft für das Klima

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Das Ernst-Barlach-Gymnasium (EBG) verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Es möchte die erste klimaneutrale Schule in Castrop-Rauxel werden. Dafür muss sie die Treibhausgase, die sie in die Umwelt entlässt, durch andere Mittel kompensieren - etwa durch Anpflanzungen. Wie die Schule das schaffen will, erfahren Sie hier.

CASTROP-RAUXEL

, 09.10.2016, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut einer Studie des Umweltbundesamt ist ein klimaneutrales Deutschland bis zum Jahr 2050 machbar – vorausgesetzt, eine Treibhausgasminderung um 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 gelingt. Am EBG ist Klimaschutz schon lange Thema. Beim Gang durch die naturwissenschaftlichen Fachräume fallen sofort die vielen Auszeichnungen auf.

Viel Initiative geht von den Schülern aus

Die Schule hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Umweltpreise abgeräumt – etwa für die Anlage und Pflege eines Schulgartens, die Übernahme einer Bachpatenschaft, Baumpflanzungen oder Kampagnen zum Recycling von Alt-Handys und Elektroschrott. Als die Stadt mit der Idee einer klimaneutralen Schule um die Ecke kam, war das EBG sofort dabei.

Viel Initiative geht von den Schülern des Differenzierungskurses Biologie der Jahrgangsstufe 9 unter der Leitung von Ines Grebien aus. 

 

 

Was ist eigentlich Klimaneutralität? Dr. Friedrich Mayer, Schulleiter des Ernst-Barlach-Gymnasiums in Castrop-Rauxel, hat uns das gestern morgen so erklärt. Einverstanden? #castroprauxel #cas

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„Die Möglichkeit, in einem Differenzierungskurs ein freies Angebot ohne Bindung an einen Lehrplan zu bearbeiten, erlaubt es uns, Aktionen und Kampagnen für den Prozess zur Perspektivschule zu entwickeln und umzusetzen“, sagt die Lehrerin. Gerade wurde ein Konzept zur Abfalltrennung entwickelt. Nach den Herbstferien werden die Schüler des Kurses in den Klassen darüber informieren.

„Das beginnt in den untersten Jahrgangsstufen“, sagt Schulleiter Dr. Friedrich Mayer. „Je jünger die Schüler, desto stärker kann man sie noch beeinflussen.“ Die Schule könne auf diese Weise Multiplikator mit Blick auf Eltern und Geschwister sein, sagt Marcus Pelzing.

"Großer pädagogischer Erfolg"

Der Physiklehrer betreut zusammen mit seinem Kollegen Maximilian Rossetto die Energiewächter AG, deren Teilnehmer zum Beispiel darauf achten, dass in den Klassenräumen richtig gelüftet wird. Für Rossetto ist es „ein großer pädagogischer Erfolg“, wenn Schüler entsprechend sozialisiert werden, das Verhalten mit ins private Umfeld nehmen. „Es sind kleine Dinge, die zu großen Effekten führen.“

Der Physik-Leistungskurs von Marcus Pelzing erarbeitet aktuell ein Konzept zur thermografischen Untersuchung des rund 50 Jahre alten Schulgebäudes. Dank einer Förderung der Rütgers-Stiftung können die Schüler dabei mit einer Wärmebildkamera arbeiten, mit der sich der Treibhauseffekt sichtbar machen lässt.

Unsichtbare Strahlung von Kamera aufgenommen

Bei ersten Erkundungsaufnahmen haben Schüler ihr Spiegelbild an einer einfachen Glasschreibe fotografieren können, obwohl es ohne Kamera nicht sichtbar war. Das liegt daran, dass einfaches Fensterglas Wärmestrahlung nicht passieren lässt, sondern reflektiert. Diese unsichtbare Strahlung wird von der Kamera aufgenommen.

„Kamera, Beamer und Notebook haben zusammen rund 6000 Euro gekostet“, verrät Marcus Pelzing. „Da wird man glücklich!“ Es sei ein großes Glück, dass die Rütgers-Stiftung so großes Interesse daran habe, die Projekte des EBG zu fördern, ergänzt Kollege Rossetto. „Dafür sind wir sehr dankbar.“

So funktioniert Klimaschutz im Alltag
- Im Alltag liegen die wichtigsten Stellschrauben für den persönlichen CO2-Ausstoß in den Bereichen Mobilität, Wohnen und Ernährung.
- Die Zahl der Fernreisen, gefahrene Kilometer, der Kraftstoffverbrauch sowie die Größe der Wohnfläche und der Dämmstandard haben Einfluss auf das Entstehen von Treibhausgasen wie zum Beispiel Kohlendioxid.
- Tierische Produkte wie Fleisch, Käse oder Butter sind mit besonders hohen Emissionen verbunden

 

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