Der Hof Sanders ist vom Unwetter verschont geblieben. © Tobias Weckenbrock
Tief Bernd

Castrop-Rauxeler Landwirte bei Unwetter „glimpflich davongekommen“

Das Unwettertief Bernd brachte am Mittwoch, 14. Juli, Starkregen und Überflutungen mit sich. Castrop-Rauxeler Bauern berichten jedoch, dass sie vom Unwetter größtenteils verschont wurden.

Keller liefen voll, Bäume wurden entwurzelt, Häuser abgedeckt: Im Stadtgebiet sind die Spuren des Unwetters am vergangenen Mittwoch (14.7.) immer noch deutlich zu sehen. Auch auf eher ländlichem Gebiet wütete der Starkregen. Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden davon jedoch nicht so stark getroffen, wie man vielleicht denken würde.

Bauern „haben Glück gehabt“

„Es steht Wasser auf den Feldern“, erzählt Landwirt Ulrich Dingebauer. Gravierende Schäden gebe es jedoch nicht. „Wir haben Glück gehabt“, ist die Aussage, die man von den meisten Landwirten hört. Das sagt sowohl Dingebauer als auch Jennifer Menken vom benachbarten Hof Menken. Dort habe das Unwetter ebenfalls keine Probleme verursacht.

Und auch Landwirt Ludger Sanders aus Henrichenburg sagt, er habe Glück gehabt – vor allem mit der Lage seines Hofes. Er führt die ausgebliebenen Schäden am Hof Sanders darauf zurück, dass der Hof etwas höher gelegen ist und es keine Flüsse in der Nähe gibt.

Ulrich Dingebauer dankt hingegen den Regenrückhaltebecken. Sein Hof liegt direkt am Deininghauser Bach, doch außer den gefluteten Feldern hat er keine großen Schäden zu vermelden. „Die Rückhaltebecken, die in den letzten 30 Jahren gebaut wurden, scheinen zu funktionieren“, meint er.

Auch Landwirtin Ursula Drumann berichtet, dass ihr Hof vom Unwetter verschont geblieben sei. Inwiefern der Starkregen die Ernte beeinflusst hat, werde sich noch zeigen, da diese jetzt erst anfängt.

Kleinere Probleme durch schlechtes Wetter

Gerne früher mit der Ernte begonnen hätte Landwirtin Alut Brinkmann vom Biohof Heidbauer. Nicht nur durch das jüngste Unwetter, sondern allgemein wegen der schlechten Wetterbedingungen verzögert sich bei ihr der Beginn der Ernte. „Wir mussten jetzt Futter dazukaufen“, berichtet sie. Normalerweise sei das nicht nötig, da ihr Hof sonst in „einem geschlossenen Kreislauf“ funktioniere.

Doch durch die schlechten Witterungsbedingungen wurde dieser nun durchbrochen. Das bedeutet auch eine finanzielle Belastung, da gerade Bio-Futter nicht billig ist. Aufgrund des Starkregens von letzten Mittwoch hat sich das Getreide gelegt. „Dadurch trocknet es schlecht ab“, erklärt Uta Brinkmann. Sie hofft dennoch, bald mit der Ernte starten zu können.

Bei Landwirt Jan Kremerskothen hat sich das Getreide nicht nur gelegt. Einige Ähren seien abgeknickt, berichtet er, dadurch gebe es geringe Verluste im Ertrag. Zudem wurde durch den Sturm die Befahrbarkeit der Felder etwas eingeschränkt. Bei den Tieren hingegen sei „alles im grünen Bereich“.

Insgesamt zieht der Bauer eine positive Bilanz – auch mit Blick auf andere Landesteile. „Im Vergleich zu Süd-NRW sind wir glimpflich davongekommen“, sagt Jan Kremerskothen.