Castrop-Rauxeler Mieter können mit einem Solarstecker selbst Strom erzeugen

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Mit einem Solarstecker können nicht nur Hauseigentümer, sondern auch Mieter und Wohnungseigentümer Strom mithilfe der Sonne erzeugen. Ein paar Dinge muss man dabei aber bedenken.

von Marian von Hatzfeld

Castrop-Rauxel

, 22.03.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einige Hausdächer in Castrop-Rauxel, sind bereits mit Solarmodulen ausgerüstet. Für Hauseigentümer ist es eine attraktive Möglichkeit sauberen Strom zu erzeugen, indem sie Sonnenenergie mithilfe von Photovoltaik-Anlagen in Strom umwandeln.

Mieter und Wohnungseigentümer können jedoch nicht einfach Anlagen an Häuser anbringen. Die Verbraucherzentrale NRW zeigt nun mit der Aktion „Steck die Sonne ein!“, wie auch diejenigen von Solarenergie profitieren können, die keine Hauseigentümer sind.

Reicht, um Kühlschrank zu versorgen

„Viele der Rund 28.000 Haushalte in Mehrfamilienhäusern der Stadt können eigene Energie gewinnen, auch Mieter“, erklärt Diplom-Ingenieurin Anke Hormel von der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW (Mühlengasse 4) und weist auf ein Stecker-Solargerät hin.

„Es reicht etwa aus, um einen Kühlschrank im Jahr zu versorgen“, sagt Hormel. Aber was ist ein Stecker-Solargerät? Interessiert an „der Möglichkeit, eigenen Strom zu erzeugen“, erkundigte sich der Castrop-Rauxeler Martin Kühl-Lukas bei der Beratungsstelle. Bei einem Hausbesuch, präsentierten Anke Hormel und Rose Sommer, Leiterin der Beratungsstelle, das Gerät.

Beweglich und wetterbeständig

Zu den beweglichen und wetterbeständigen kleinen Kraftwerken,gehören, circa 1 mal 1,70 Meter große Photovoltaikmodule. Für die bis zu 20 Kilogramm schweren Module, sei „eine sichere Befestigung und eine Außensteckdose unerlässlich“, erläutert Hormel.

Dazu gehört auch ein Wechselrichter, der den von den Solarzellen produzierten Gleichstrom in Haushaltsstrom umwandelt und am Solarmodul befestigt werden kann. „Technisch ist das einfach: Gerätestecker in die Außensteckdose einstecken - fertig!“, so Anke Hormel.

Die Module, die auch in Reihe schaltbar sind, können an Balkonbrüstungen oder auf der Terrasse angebracht werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Solarstecker, die bis zu 600 Watt erzeugen. „Ein 300-Watt-Gerät kostet in etwa 300 Euro“, sagt Rose Sommer.

Heller Balkon ist Voraussetzung

Trotz der einfachen Handhabung seien laut Hormel ein paar Punkte zu beachten. Eine Anschaffung mache nur Sinn für Balkone, die lichtdurchflutet sind. „Ein übliches 300-Watt-Modul, erntet an einer schattenlosen Südfassade, jährlich etwa 200 Kilowattstunden“, erklärt die Expertin.

Rose Sommer fügt hinzu: „Diese Energie würde heute etwa 54 Euro kosten. Die Investition kann sich also nach sechs bis neun Jahren, je nach Schwankungen des Strompreises rechnen“. Weiterhin benötige man vor Anschaffung das Einverständnis vom Vermieter oder der Eigentümerversammlung.

Mit dem Steckersolar kann zwar keine Energie gespeichert werden, er lässt „aber den Stromzähler sozusagen etwas langsamen laufen und liefert sauberen Strom direkt in die Wohnung“, erläutert Hormel. Dazu sei aber eine vorherige Überprüfung des Stromkreises durch einen Elektriker nötig.

Bürokratie

Die Gerätschaften seien bislang noch nicht ganz von der Bürokratie verschont. Eine Anmeldung beim Marktstammdatenregister und beim örtlichen Netzbetreiber seien vorgeschrieben. Die Westnetz GmBH bietet auf ihrer Homepage vereinfachte Formulare an.

Familie Kühl-Lukas erzeugt bald mit einem Stecker-Solargerät ihren eigenen Sonnenstrom.

Familie Kühl-Lukas erzeugt bald mit einem Stecker-Solargerät ihren eigenen Sonnenstrom. © Familie Kühl-Lukas

Eine Anschaffung wird bisher nicht staatlich gefördert. Trotzdem gäbe es etliche Anmeldungen. Auch Familie Kühl-Lukas hat sich angemeldet und will CO2 sparen.

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