Castrop-Rauxeler nach Raubüberfällen verurteilt

Gerichtsprozess

Erst betranken sie sich an einem Spielplatz, dann überfielen sie mit Sturmhauben maskiert einen Kiosk und bei einem zweiten Raubzug eine Tankstelle. Zweieinhalb Jahre nach den bewaffneten Überfällen mussten sich ein Castrop-Rauxeler und seine Komplizen jetzt vor Gericht verantworten.

CASTROP-RAUXEL/BOCHUM

06.06.2017, 13:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mehr als zweieinhalb Jahre nach zwei bewaffneten Überfällen hat das Bochumer Landgericht ein Räuber-Quartett verurteilt. Gegen einen 22-jährigen Castrop-Rauxeler verhängten die Richter einen Dauerarrest von vier Wochen - seine drei Freunde aus Recklinghausen kassierten Haft, Arrest und Sozialstunden.

Gegen den einzigen erwachsenen Täter (jetzt 28) verhängten die Richter zwei Jahre und zehn Monate Haft. Bei seinen zur Tatzeit noch deutlich jüngeren Komplizen  – 16 und 17 Jahre – wendete die 5. Strafkammer das Jugendstrafrecht an. Angelehnt an den Erziehungsgedanken verhängten die Richter einen zweiwöchigen Dauerarrest und einmal die Ableistung von 80 sozialen Arbeitsstunden.

Die Bande hatte es auf ein Kiosk und eine Tankstelle abgesehen

Bei den Coups vom 30. September und 14. Oktober 2014 waren die Angeklagten jeweils zu dritt aufgetreten: Bei beiden Überfällen waren der jetzt 22 Jahre alte Castrop-Rauxeler und ein 28-jähriger Komplize dabei. Die zwei jüngeren Freunde jeweils nur bei einem. Vor den Coups hatten sich die Täter stets an einem Spielplatz in Recklinghausen-Suderwich getroffen und dort Alkoholgelage abgehalten. Bei der Polizei waren im Umfeld noch zahlreiche weitere Raubüberfälle mit ähnlichem Strickmuster verzeichnet worden – sicher nachgewiesen konnten den Angeklagten allerdings „nur“ zwei Coups.

Am späten Abend des 30. September waren der Castrop-Rauxeler und zwei Freunde mit Sturmhauben maskiert an einem Kiosk aufgetaucht, hatten mit einem Messer gedroht und gefordert: „Geld her!“ Nachdem die Verkäuferin die Täter mit einer Ladung Pfefferspray eingesprüht hatte, waren die Räuber sofort und ohne Beute wieder geflüchtet. Genauso erfolglos blieb der zweite Überfall an einer Tankstelle, als ein Passant bedroht und mit einem Elektro-Schocker attackiert worden war. Im Prozess hatten alle vier Angeklagten Geständnisse abgelegt.

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