Schülerinnen und Schüler aus Castrop-Rauxel erhalten wegen der Pandemie eine spezielle Förderung. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Schulstart und Reiserückkehrer

Castrop-Rauxeler Reise-Rückkehrer könnten Schulstart verpassen

Wer Urlaub in Frankreich oder Spanien gemacht hat, der muss in häusliche Quarantäne, wenn er nicht geimpft oder genesen ist. Das betrifft viele Schüler. Was Eltern in Castrop-Rauxel jetzt wissen müssen.

Das neue Schuljahr beginnt am Mittwoch (18.8.). Viele Familien haben die Sommerferien genutzt, um Urlaub im Ausland zu machen. Doch die neuen Einreiseregelungen seit 1. August könnten den Schulstart für manch Kind verzögern.

Denn: Wer aus einem Hochrisikogebiet oder Virus-Variantengebiet zurückkehrt, der muss in häusliche Quarantäne. Doch für wen gilt diese Regelung? Und wie lange dauert die Quarantäne? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Welche Länder zählen aktuell als Hochrisiko- und welche als Virusvariantengebiet?

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht auf seiner Webseite regelmäßig eine aktuelle Liste der Länder und Regionen, die als Hochrisiko- und Virusvariantengebiet eingeschätzt werden.

Mit Stand vom 8. August gehören derzeit unter anderem diese Länder zu den Hochrisikogebieten:

  • Marokko
  • Thailand
  • Teile Frankreichs (südfranzösischen Regionen Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Korsika sowie die französischen Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Martin, St. Barthélemy)
  • Spanien inklusive der Balearen und der Kanaren.

Als Virusvariantengebiet stuft das RKI diese Länder ein:

  • Brasilien
  • Uruguay

Wie lange dauert die häusliche Quarantäne?

Wer sich in einem Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet aufgehalten hat, muss bei Rückkehr in häusliche Quarantäne. Das Bundesgesundheitsministerium spricht in diesem Fall von „Absonderung“.

10 Tage müssen Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten zu Hause bleiben und 14 Tage Rückkehrer aus Virusvariantengebieten.

Anders als bei „klassischen“ Quarantäne-Fällen nach Kontakten zu Corona-Infizierten schickt das Kreisgesundheitsamt Recklinghausen die Rückkehrer nicht aktiv in Quarantäne. Kreissprecherin Svenja Küchmeister zieht einen Vergleich: „Bei einer roten Ampel stehenzubleiben ist genauso selbstverständlich wie in häusliche Quarantäne zu gehen, wenn ich aus einem dieser Länder zurückkomme.“

Kann man die Quarantänezeit verkürzen?

Wer unter www.einreiseanmeldung.de einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegt, der muss nicht in Quarantäne, wenn er aus einem Hochrisikogebiet zurückkommt und die Nachweise vor seiner Rückkehr nach Deutschland übermittelt.

Ein negativer Testnachweis kann frühestens fünf Tage nach Rückkehr gemacht werden. Das bedeutet, nach fünf Tagen kann man sich frei testen. Für Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Quarantäne nach fünf Tagen automatisch.

Bei der Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet kann die 14-tägige Quarantäne nicht durch Tests verkürzt werden – sondern nur, wenn sich der Status des Reiselandes verändert.

Was heißt das konkret für zurückkehrende Schüler?

Schüler, die erst am Wochenende beispielsweise aus Mallorca oder Süd-Frankreich zurückkommen, müssen für fünf Tage in Quarantäne. Sie dürfen also zumindest am Mittwoch und Donnerstag nicht in die Schule gehen.

Welche Strafen drohen, wenn die Quarantäneregeln missachtet werden?

Das Bundesgesundheitsministerium erklärt auf Anfrage der Redaktion, dass es sich bei einem Verstoß um eine Ordnungswidrigkeit handelt. „Diese können mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 EUR geahndet werden.“

Wird die Schulpflicht verletzt, wenn die Kinder wegen Urlaub erst später ins Schuljahr starten können?

Das Schulministerium NRW sagt eindeutig „Nein“. Die Schulpflicht werde nicht verletzt, da die Schüler dem Unterricht „aus Rechtsgründen“ fernbleiben. Mit einem Bußgeld oder anderen Sanktionen müssen Eltern von Kindern, die zunächst in Quarantäne bleiben müssen, nicht rechnen.

Müssen die Schulen kontrollieren, ob die Schülerinnen und Schüler die Einreisebestimmungen einhalten?

Das Schulministerium NRW erklärt auf seiner Webseite, dass weder die Schulen noch die Schulaufsichtsbehörde die Einhaltung der Einreisebestimmungen kontrollieren muss.

Anders sieht es allerdings aus, wenn die Reiserückkehrer im Rahmen eines Schulausflugs aus dem Ausland zurückkommen. In diesem Fall muss die Schule darauf achten, dass die Coronavirus-Einreiseverordnung eingehalten wird.

Was müssen Eltern tun, deren Kind erstmal nicht in die Schule gehen kann?

Die Eltern der betroffenen Kinder beziehungsweise die volljährigen Schüler müssen ihrer Schule schriftlich mitteilen, dass sie aufgrund der Corona-Einreiseverordnung nicht am Unterricht teilnehmen dürfen. Hat die Schule begründete Zweifel, kann die sie Nachweise über die Reise in ein Risikogebiet verlangen.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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