Castrop-Rauxeler Schorer kocht für die deutsche U19

Bei Fußball-EM

Rainer Schorer ist Castrop-Rauxeler und Koch. Doch er kocht nicht einfach in einem Restaurant - er gehört zum Team von Holger Stromberg, dem WM-Koch von 2014. Zurzeit bekocht er die U19-Nationalmannschaft bei der Fußball-EM in Baden-Württemberg. Was er dort erlebt und was er für die Talente kocht, hat er uns erzählt.

CASTROP-RAUXEL

, 13.07.2016, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die deutsche Mannschaft hat 0:1 gegen Italien verloren, haben Sie schlecht gekocht? Nein, mit Sicherheit nicht. Ich war mit über 54.000 im Stadion. Unsere Mannschaft hatte 25:2 Torchancen und 12:1 Ecken. Diese Bilanz spricht für uns und wir haben die Italiener dominiert. Eigentlich hätten wir mit 5:0 gewinnen müssen. Die kamen leider nur in der 78. Minute vors Tor und schossen einen auf dem Boden liegenden Spieler an die Hand, was der Schiedsrichter als Handspiel mit einem Elfmeter strafte.

Essen die U19-Spieler etwas anderes als die Senioren? Im Wesentlichen ist das das Gleiche, nur dass die Auswahl bei der A-Nationalelf ein wenig größer ist. Bei uns gibt es das Essen immer in Büffetform, so dass jeder Spieler individuell für sich entscheiden kann, was und wie viel er isst. Wir bieten jedem Spieler die Möglichkeit, Fleisch, Fisch, vegetarisch oder vegan zu essen.

Gibt’s bei den jüngeren Spielern schon mal eher einen Veganer oder Vegetarier? Wir haben zwei Spieler dabei, die essen bewusst vier Mal in der Woche kein Fisch und kein Fleisch.

Also Teilzeitvegetarier? Ja, dann beschränken sie sich auf Gemüse und Beilagen. An den anderen Tagen essen sie Fisch oder Fleisch. Andere Spieler essen auch beides plus Gemüse, Pasta oder Kartoffeln. Wir versuchen schon sehr abwechslungsreich zu kochen, dass nicht nur die Pasta im Vordergrund steht, sondern die Kohlehydrate auch anderweitig generiert werden.

Wie groß ist das Betreuerteam? Es besteht komplett aus 44 Mann. Als Koch fahre ich alleine mit, bin dann auf die Hilfe der Köche im Hotel angewiesen. Wir sind in Stuttgart und bleiben dort auch für die Vorrunde. Wenn wir weiterkommen beziehen wir am Montag ein Hotel in Heidelberg. Ansonsten wäre mein Job erledigt.

Wie geht’s weiter? Donnerstag gegen Portugal und Sonntag gegen Österreich. Natürlich sind wir optimistisch und zuversichtlich, auch wegen des ersten Spiels. Die Leistung, die wir da abgerufen haben, war gut. Die Spieler sind voll austrainiert. Von daher glaube ich schon, dass wir weiterkommen. Ich bin auf alle Optionen vorbereitet.

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Gute Neuigkeiten gibt es auch in Ihrer Heimat. Das Parkbad Süd ist nach der Behebung des Wasserschadens gottseidank wieder voll funktionsfähig im Originalzustand. Darüber hinaus steht schon fest, dass ich am 2. Oktober bei der diesjährigen Nachtfahrt ein Büfett anbieten werde: „Essen wie die Weltmeister“. Da wird es ein Originalbüffet geben, so wie wir es beim DFB kochen. Jeder, der sich dafür interessiert, wie Fußballspieler essen, kann es dann im Selbsttest tun.

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