Castrop-Rauxelerin sauer über gestoppte Leerung der Altpapier-Tonnen

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Eine Castrop-Rauxelerin schimpft auf den Entsorgungsbetrieb EUV, weil er in Corona-Zeiten die blauen Altpapier-Tonnen von Privathaushalten nicht mehr leert. Der EUV verteidigt die Maßnahme.

Castrop-Rauxel

, 10.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dagmar Fuest kann nicht nachvollziehen, warum in Castrop-Rauxel die blauen Altpapier-Tonnen im Zuge der Corona-Pandemie vorübergehend nicht mehr geleert werden.

„In anderen Städten in der Nachbarschaft oder auch in Münster wird diese Leistung weiterhin erbracht“, sagt die Obercastroperin im Gespräch mit unserer Redaktion und schimpft auf den Stadtbetrieb EUV: „Auch der ist ja wohl ein Alleinstellungsmerkmal dieser Stadt.“

Seit dem 23. März leert der EUV private Altpapier-Tonnen nicht mehr. Der Betrieb hatte damals um Verständnis gebeten, dass er die vierwöchige kostenlose Leerung der blauen Tonnen bei den Haushalten temporär aussetzt.

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Der EUV bat darum, das Altpapier im Haus zu sammeln oder es an einem der übers Stadtgebiet verteilten Container-Standorte loszuwerden. Mit der Zusicherung, diese regelmäßig abzufahren, damit nicht etwa Staus entstehen.

Wenn die Container-Standorte zusätzlich angefahren werden, warum stattdessen nicht die Haushalte?

„Und was soll die 92-jährige Seniorin machen, die kein Auto mehr fährt und eine kleine Wohnung hat?“, fragt Dagmar Fuest. Wenn die Container-Standorte regelmäßig und zusätzlich an- und das Papier und die Kartonagen abgefahren würden, müsste es doch auch möglich sein, die Leerung bei den Bürgerinnen und Bürgern aufrecht zu erhalten, argumentiert sie.

Die Papiercontainer am Container-Standort Dortmunder Straße auf Schwerin fährt der EUV regelmäßig zum Leeren ab.

Die Papiercontainer am Container-Standort Dortmunder Straße auf Schwerin fährt der EUV regelmäßig zum Leeren ab. Auch der CDU-Kreistagspolitiker Karl-Josef Krekeler nutzte den Standort, um ein bisschen Pappe loszuwerden. Eine Stippvisite unserer Redaktion am Mittwochmittag, 8. April, ergab, dass noch reichlich Platz in den Containern war. © Schlehenkamp

Und empört sich darüber, dass sie im Bürgermeister-Büro die Auskunft bekommen habe, man werde beim EUV spontan darüber entscheiden, wann die blauen Tonnen wieder geleert würden.

Jede Stadt hat ihre eigene Strategie, sagt der EUV

„Jede Stadt hat ihre eigene Strategie, wie sie angesichts von Corona mit ihrer Logistik und auch mit ihren Mitarbeitern umgeht“, sagt Michael Werner, Vorstand des Stadtbetriebs EUV, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Leerung der Altpapier-Tonne zeitweise auszusetzen sei die am einfachsten umsetzbare Option gewesen, um zu gewährleisten, dass die graue Restmülltonne, die Biotonne und die gelbe Tonne im üblichen Rhythmus geleert werden könnten.

Kapazitäten in Hinterhand bereithalten

Immer unter der Maßgabe, dass das Coronavirus auch die EUV-Mitarbeiter treffen könne. Dann müsse man Kapazitäten in Hinterhand haben, um darauf entsprechend reagieren zu können. „Das Ganze dient auch der Sicherheit unserer Mitarbeiter“, betont Werner. Außerdem sei gerade Urlaubszeit – mit weniger Kollegen im Dienst.

Und wann werden die blauen Tonnen wieder geleert? „Wir bewerten die Situation jeden Tag neu“, sagt EUV-Sprecherin Sabine Latterner. Im Übrigen habe man als zusätzlichen Service an einigen Container-Standorten, wo es die Papierbehälter nicht mehr gab, wieder welche aufgestellt.

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