Castrop-Rauxels Bürgermeister auf Sommertour

Mit 20 Wanderern

Zusammen mit 20 Wanderfreunden absolvierte Rajko Kravanja seine erste Sommertour als Bürgermeister von Castrop-Rauxel. Auf der acht Kilometer langen Route gab es einiges zu entdecken und zu bequatschen. „Man kann auch mal über andere Themen reden“, sagt Kravanja. Wir sind mit der Kamera mitgewandert.

CASTROP-RAUXEL

, 10.08.2016, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach rund fünf Kilometern wurde eine längere Pause eingelegt. Zur Stärkung gab's Vitamine....

Nach rund fünf Kilometern wurde eine längere Pause eingelegt. Zur Stärkung gab's Vitamine....

Mit alten Bräuchen bricht man bekanntlich nicht. Und so hat sich Rajko Kravanja für seine erste Sommertour als Bürgermeister auch wieder die erfahrenen Wanderprofis vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) ins Boot geholt. Nicht jeder der 20 Teilnehmer stimmt Wanderführer Werner Laukel zu, als der eingangs behauptet, Castrop-Rauxels Süden gebe mehr her als der Norden. Der Beweis muss also erst erbracht werden.

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Bürgermeister Rajko Kravanja auf seiner ersten Sommertour

Bürgermeister Rajko Kravanja machte sich am Mittwoch auf zu seiner ersten Sommertour. 20 Wanderfreunde begleiteten ihn bei der Tour. Wir waren mit der Kamera dabei.
10.08.2016
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Der erste Zwischenstopp wurde am Hammerkopfturm eingelegt.© Foto: Robert Wojtasik
20 Wanderer begleiteten den Bürgermeister auf seiner Sommertour. Die jüngste Teilnehmerin (links in der Babytrage) ist acht Wochen alt.© Foto: Robert Wojtasik
Wanderführer Werner Laukel vom Sauerländischen Gebirgsverein (vorne links) marschiert vorneweg.© Foto: Robert Wojtasik
Rein in den Wald am Fuße der Berghalde bei Schwerin.© Foto: Robert Wojtasik
Den Wassertempel von Künstler Peter Strege kannte Bürgermeister Rajko Kravanja noch nicht.© Foto: Robert Wojtasik
Aufstieg zum höchsten Punkt Castrop-Rauxels. 151 Meter über dem Meeresspiegel und rund 33 Meter über der Umgebung liegt der Gipfelbereich der Halde Schwerin.© Foto: Robert Wojtasik
Oben angekommen ließ sich auch die Sonne mal blicken.© Foto: Robert Wojtasik
Auf der anderen Seite ging es wieder runter.© Foto: Robert Wojtasik
Raijko Kravanja schätzt die "andere Art der Kommunikation", die die Sommertour bietet. "Man kann auch mal über andere Themen reden."© Foto: Robert Wojtasik
Nach einem Abstecher Richtung Frohlinde ging es weiter nach Merklinde.© Foto: Robert Wojtasik
Nach rund fünf Kilometern wurde eine längere Pause eingelegt. Zur Stärkung gab's Vitamine....© Robert Wojtasik
...auch in flüssig.© Foto: Robert Wojtasik
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Das Wetter könnte besser sein, spielt aber soweit mit. Einige Wanderfreunde haben sicherheitshalber ihre Stöcke zu Hause gelassen und durch einen Regenschirm ersetzt. „Ich freue mich darauf, auch mal etwas andere Gespräche zu führen“, begrüßt Kravanja die Teilnehmer. Dann setzt sich die Gruppe in Bewegung.

Erster Zwischenstopp am Hammerkopfturm

Der erste Zwischenstopp am alten Hammerkopfturm an Schacht Erin 3 ist schnell erreicht. Danach geht es mehrere Kilometer durch den Wald am Rieperberg. Friedhelm Markus aus Rauxel kennt die Wege hier genau. Und doch ist er immer wieder angetan, wenn sich die Stadt von ihrer natürlichen Seite zeigt: „Es gibt vier bis fünf reizvolle Wanderstrecken hier. In kürzester Zeit ist man im Grünen und vergisst quasi, dass man in Castrop-Rauxel ist.“

Am Nordrand der Halde Schwerin passiert die Gruppe den Wassertempel. Acht Wassererhaltungsrohre und eine Druckkesseldecke hat der Künstler Peter Strege hier vor 22 Jahren zu einer Skulptur zusammengesetzt und auf einem Rondell platziert. „Die sehe ich zum ersten Mal“, sagt Kravanja. Und Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann merkt an, dass für das Kunstwerk noch immer ein Pate gesucht wird.

Keine Zeit, die Aussicht zu genießen

Die gut 30 Höhenmeter zur Sonnenuhr auf dem Haldengipfel meistert Kravanja locker – und das, obwohl er gerade etwas außer Form ist, wie er sagt. Man kommt ins Plaudern. „Ich bin als Kind in Slowenien auch schon immer gerne auf Berge geklettert“, erzählt der Bürgermeister. Oben angekommen, blitzt sogar mal die Sonne durch.

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Viel Zeit, die Aussicht zu genießen, bleibt nicht. Werner Laukel ruft zum Abstieg. Einige Minuten und Meter später ist von Weitem schon das nächste Kunstwerk zu erkennen: der 3,3 Tonnen schwere Schweriner Ring, der seit sechs Jahren am Neuroder Platz steht. Kurz vor dem Golfclub in Frohlinde lotst Werner Laukel die Gruppe auf einen kleinen Wanderweg zwischen Hellweg und Neuer Hellweg. Es wird wieder grün, am Rand stehen mehrere Apfelbäume.

Als Stammgast bei der Sommertour

Günter Albert wäre dennoch gerne noch ein paar Meter weiter Richtung Frohlinde gewandert. „Ich wohne bald 44 Jahre in Frohlinde und ich kenne immer noch nicht alle Ecken“, sagt der 73-Jährige, der Stammgast bei der Sommertour ist. Seit 2006 hat er genau eine verpasst. „Das ist eine gute Sache“, sagt er. „Hier sind alle eingeladen, also auch die, die politisch eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben.“ Um Politik geht es bei der Sommertour – wenn überhaupt – ohnehin nur ganz am Rande. Das Erkunden der schönen Seiten der Stadt und der lockere Plausch stehen im Mittelpunkt.

"Das hat's seit den Siebzigern nicht mehr gegeben"

Nach zwei Stunden ist der Friedhof in Merklinde erreicht, zwei Drittel der Route sind geschafft. Zeit für eine Stärkung. Ein Mitarbeiter der Stadt gibt Mineralwasser und Obst aus. Rajko Krawanja verteilt derweil flüssige Vitamine – und fast jeder greift zum Pinchen und trinkt einen Obstler mit. Die Aktion kommt an. „Das hat's glaube ich seit den Siebzigern nicht mehr gegeben“, freut sich Friedhelm Markus. Dass es jetzt anfängt zu regnen, nimmt die Gruppe gelassen. Der Schauer ist vorbei, als die alte Trasse der Zeche Lothringen erreicht wird. Nach einem Abstecher in den Stadtgarten ist die Tour auch schon wieder vorbei.

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