Castrop-Rauxels Rat besuchte Flüchtlingsunterkünfte

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Wer vor einem halben Jahr knietief durch den Schlamm des noch nicht bezogenen Zeltdorfes an der Habinghorster Straße gewatet ist, kann es heute kaum glauben: Die so genannte Großnotunterkunft präsentiert mittlerweile vorzeigbar. Am Freitag haben Castrop-Rauxels Ratsmitglieder sich ein Bild von den Unterkünften gemacht. Wir haben sie begleitet.

CASTROP-RAUXEL

, 11.06.2016, 05:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Positiv war der einhellige Eindruck derjenigen Ratsmitglieder, die am Freitag die Chance einer ausführlichen Besichtigung nutzten. Die Einrichtung in Habinghorst war eine von mehreren Stationen, die auf dem Reiseplan standen.

„Wohlorganisiert, sauber und sicher – zu allem hat man sich hier Gedanken gemacht“, fasste der Fraktionschef der Linken, Ingo Boxhammer, seine Eindrücke zusammen. Und auch Bürgermeister Rajko Kravanja zollte DRK-Chef Michael Vaupel und Lagerchef Horst Kreienkamp Lob. „Es ist beeindruckend wie hier alles funktioniert.“

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Ratsmitglieder besuchen Flüchtlingsunterkünfte

Wer vor einem halben Jahr knietief durch den schlammigen Untergrund des noch nicht bezogenen Zeltdorfes an der Habinghorster Straße gewatet ist, kann es heute kaum glauben: Die so genannte Großnotunterkunft präsentiert sich mittlerweile in einem absolut vorzeigbaren äußeren Zustand. Der zudem mit einer nahezu perfekten Organisation korrespondiert. Die Ratsmitglieder Castrop-Rauxels haben die Unterkünfte der Stadt besucht - und wir haben sie begleitet.
10.06.2016
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Bürgermeister Rajko Kravanja (M.) vor dem ehemaligen Pavillon der Janusz-Korczak-Gesamtschule, die als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen ist.© Foto: Michael Fritsch
Raum in der Flüchlingsunterkunft Janusz-Korczak-Gesamtschule Mit FWI-Politikern Christel Sperz und Ral Piegsa.© Foto: Michael Fritsch
Raum im Ex-JKG-Pavillon mit Bettenlager.© Foto: Michael Fritsch
Schöne Aussicht ins Grüne von der Flüchtlingsunterkunft Wartburgstr. 103/105 aus.© Foto: Michael Fritsch
Blick auf die Großnotunterkunft Habinghorster Str. 300 mit (v. l.) Bürgermeister Rajko Kravanja, DRK-Chef Michael Vaupel und Lagerleiter Horst Kreienkamp.© Foto: Michael Fritsch
Kleiner Sprachkurs Arabisch-Deutsch in der Großnotunterkunft Habinghorst.© Foto: Michael Fritsch
Aus Paletten gebautes Hochbeet in der Großnotunterkunft.© Foto: Michael Fritsch
Das Flüchtlingsquartier in der Vördestraße.© Foto: Michael Fritsch
Bereichsleiterin Susanne Köhler vor dem Flüchtlingsquartier Harkortschule.© Foto: Michael Fritsch
Muslimischer Gebetsraum in der ehemaligen Harkortschule.© Foto: Michael Fritsch
Eine etwas heruntergewirtschaftete Küche in der Harkortstraße.© Foto: Michael Fritsch
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Asylsuchende bleiben länger

Und zwar so gut, dass die zunächst auf zwei bis drei Wochen begrenzte Aufenthaltsdauer der Asylsuchenden mittlerweile bewusst auf mehrere Monate ausgedehnt wird. Weil der reguläre Wohnraum knapp und teuer ist und es die Flüchtlinge im Habinghorster Zeltlager nach Auffassung Vaupels häufig besser haben, als zusammengepfercht in einer miesen Unterkunft zu wohnen.

Man hat sich eingerichtet – und es funktioniert. Zum Kindergarten ist ein kleiner Spielplatz gekommen, eine kleine Freifläche wird zum Grillen und Volleyballspielen genutzt, aus Paletten sind kleine Hochbeete geworden, die mit Kräutern bepflanzt werden.

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Kapazitäten längst nicht ausgeschöpft

Stand Freitag waren es exakt 352 Flüchtlinge, die das Lager derzeit bewohnen. Damit ist nur gut ein Drittel der Kapazitäten ausgefüllt, was natürlich allen Seiten zugute kommt. „Ich weiß nicht, wie das funktioniert, wenn hier alles voll ist“, sagt Kreienkamp. Doch mit Zuwachs ist zu rechnen, da das Land Ende Juni einiger ihrer zentralen Unterkünfte schließen wird.

Geschlossen hat auch die Stadt bereits die Flüchtlingsunterkünfte an den Standorten Deininghausen und Dingen sowie im ehemaligen Hotel Hoffmann in Merklinde. Zumindest bis auf Weiteres. Operativ verantwortlich für die Wende zum Guten ist vor allem Susanne Köhler mit ihrem Team. Seit anderthalb Jahren sorgt die Verwaltungsfrau als Teamleiterin Asyl mit mittlerweile 40 Mitarbeitern dafür, dass Normalität einzieht. 

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