Castroper Markt: Funde verzögern Arbeiten weiter

Mehrkosten und Verspätung

100.000 Euro Mehrkosten – diese Summe könnten die mittelalterlichen Funde auf dem Castroper Altstadtmarkt nach jetzigem Stand verursachen. Dabei handelt es sich jedoch noch nicht um eine finale Summe. Die Funde werden von EUV und Bürgermeister aber nicht nur als Belastung wahrgenommen.

CASTROP-RAUXEL

, 17.09.2016, 06:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Castroper Markt: Funde verzögern Arbeiten weiter

So sieht es auf dem Altstadtmarkt aus.

„Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht“, sagte EUV-Stadtbetriebschef Michael Werner Mittwochabend auf der Sitzung des EUV-Verwaltungsrates.

„Der zeitliche Rückstand liegt jetzt bei dreieinhalb bis vier Wochen“, erläuterte EUV-Vize Thorsten Werth-von Kampen. Am Ende des zweiten Bauabschnittes könnten es sechs Wochen bis zur eigentlichen geplanten Fertigstellung sein. Aber keine Angst, dass hier der Satirische Advent ins Wasser fallen könnte.

Der gesamte Marktplatz ist unter Schutz gestellt

Die Westfläche des Marktes werde noch dieses Jahr fertig, versicherte Werth-von Kampen. Der Bereich vor der Targobank bis zu einem Termin vor dem Viktualienmarkt.

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Dass die Archäologen und Denkmalschützer kein Pardon kennen, wenn es um die Wahrung von historischem Kulturgut geht, verdeutlichte Michael Werner. „Eigentum verpflichtet“, sagte der EUV-Mann. Der gesamte Marktplatz sei unter Schutz gestellt.

Fundstücke sollen der Bevölkerung zugänglich gemacht werden

Die mittelalterliche Wasserleitung aus Holz und die Grabungsstelle dauerhaft zu halten, sei unmöglich gewesen, erklärte Werth-von Kampen. „Sobald so etwas frei gesetzt wird, beginnt der Zersetzungsprozess.“

Gleichwohl werde natürlich das, was dokumentiert ist und sonst zu den Fundstücken ab dem Jahr 1000 zählt, der Bevölkerung in irgendeiner Weise zugänglich gemacht. Werth-von Kampen: „Dazu wird es ein Konzept geben.“

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Wohl Ideenwettbewerb für Nutzung mittelalterlicher Steine

Ganz neu ist, dass die mittelalterlichen Steine (Werth-von Kampen: „Echte Wackersteine!“) aus dem 12. bis 15. Jahrhundert nicht als schnöder Baustellenabfall behandelt werden, was eigentlich okay wäre. Werth-von Kampen: „Wir haben die Steine auf Paletten sichergestellt.“

Es sei zu schade, die Dinger in den Brecher zu fahren. Vielleicht könnten sie für einen guten Zweck versteigert werden. Womöglich könnte es auch einen Ideenwettbewerb dazu geben, kündigte Bürgermeister Rajko Kravanja an.

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