Cellist Johannes Przygodda überzeugt im Duo mit Dai Asai

Konzert der Musikschule

Große Klasse auf seinem Instrument zeigte der 17-jährige Johannes Przygodda aus Berlin im Duo mit dem Pianisten Dai Asai. Der Cellist war am Sonntag im Haus der Musikschule Dur & moll zu Gast.

CASTROP-RAUXEL

von Von Martin Schreckenschläger

, 21.03.2011, 17:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zu einem beeindruckenden Konzert kamen Pianist Dai Asai und Cellist Johannes Przygodda zusammen.

Zu einem beeindruckenden Konzert kamen Pianist Dai Asai und Cellist Johannes Przygodda zusammen.

In Zwiesprache mit seinem kongenialen Spielpartner am Flügel zeigte Przygodda technische Perfektion und emotionales Durchleben der Werke. In Schuberts Arpeggio-Sonate erarbeitete er in feinsten Nuancen konzentrierten Klang heraus, ließ das Publikum in dessen Reichtum und Fülle ertrinken. Funken sprühend erklangen die Variationen des Allegretto. Beide Musiker fanden immer wieder ein Lächeln füreinander. Der mehrfach mit Preisen bedachte Cellist, erfahren als Solist namhafter Orchester, überzeugte mit weit fortgeschrittenem musikalischen Verständnis und Einfühlungsvermögen. Wenn die Intonation in großen Höhen oft etwas scharf geriet, war dies untrügliches Zeichen, dass sein Instrument für größere Säle gemacht wurde.Sephardischen Charakter hatte die Musik Debussys, der Prolog der Sonate in d-Moll, ein Wechselbad aufblühender Klänge und virtuoser Triller, moderner Tonreihungen weitab der Stilistik barocker Vorbilder. Der zweite Satz begann wie eine experimentelle Jazz-Nummer, fand für Momente zu klassischen Kon-ventionen zurück. Unter Przygoddas Glissandi und gezupften Läufen wurde das Cello zum Baby-Bass, vermengten sich amerikanische und spanische Elemente. Schumann und Saint-Saëns als Zugabe rundeten die beeindruckende Matinee ab. 

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