Corona-App zeigt Rot: Wie oft kam das im Kreis Recklinghausen vor?

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Die Corona-Warn-App ist seit rund vier Wochen aktiv. Noch stecken allerdings Fehler im Detail. Und wie viele Menschen im Kreis wurden bereits vor einer Ansteckung gewarnt?

Kreis Recklinghausen

, 11.07.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Warn-App zeigt meistens Grün: Niedriges Risiko also, dass man jemandem begegnet ist, der mit dem Coronavirus infiziert ist. Rund 300-mal im Deutschland, so hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der vergangenen Wiche getwittert, habe die App bundesweit Alarm geschlagen. Auch im Kreis Recklinghausen ist die Warn-App bereits auf Rot umgesprungen.

Noch ist es zu früh, zu sagen, wie viele Menschen aus Castrop-Rauxel, Dorsten oder Haltern sich genau aufgrund der App gemeldet haben. So sagt es Svenja Küchmeister, Sprecherin des Kreises Recklinghausen. Weil es bisher nur wenige sind, gibt es für die einzelnen Städte im Kreis aus datenschutzrechtlichen Gründen noch keine Aussagen. Zwei Fälle aber hat es bereits gegeben, so bestätigt sie, dass sich Menschen beim Kreisgesundheitsamt gemeldet haben und aufgrund der App-Warnung um einen Test gebeten haben.

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Die App funktioniert also. Alle 24 Stunden lohnt sich der Blick aufs Smartphone, auf die hoffentlich grüne Anzeige. Doch auf dem weiteren Weg hin zu einem Testergebnis und der eventuell notwendigen Alarmierung klappt nicht alles reibungslos. Der Grund: Der QR-Code.

Labore müssen erst die Software für die QR-Codes installieren

Eigentlich soll der Getestete mit seinem Befund solch einen QR-Code erhalten, mit dem er dann sein Handy freischaltet und die Alarmkette in Gang setzt. Dafür muss er zuvor übrigens noch ein Formular ausfüllen, um sein Einverständnis mit dieser Datenübertragung zu erklären. Doch die meisten Labore haben dafür noch nicht die notwendige Software.

Auch das Labor, zudem das Kreisgesundheitsamt die Proben der Hilfsorganisationen schickt, ist in diesen Tagen erst dabei, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Hausärzte und Krankenhäuser im Kreis liefern die Tests zu anderen Laboren. „In ein bis zwei Wochen wird das besser klappen“, so Svenja Küchmeister.

Was passiert also, wenn jemand beim Gesundheitsamt meldet, die App habe gewarnt. „Prinzipiell gibt es zwei Hinweise. Der erste ist noch Grün und weist auf ein niedriges Risiko hin. Da sind sich zwei Handys begegnet, aber der Kontakt war kurz“, erläutert Svenja Küchmeister. Erst wenn die App Rot zeigt, wird signalisiert, dass es einen Kontakt über längere Zeit gab.

Gesundheitsamt sucht mit „kriminologischer Sisyphus-Arbeit“

Damit verbunden ist der Hinweis, wenn möglich zu Hause zu bleiben, Verhaltenshinweise bei auftretenden Symptomen zu beachten und mit Hausarzt oder Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen. Genau hier fängt dann die „kriminologische Sisyphus-Arbeit“ an, wie es die Kreis-Pressesprecherin bezeichnet. In detektivischer Recherche wird geprüft, wo es Verbindungen geben könnte, wo sich die Menschen infiziert haben könnten. Und ob die Voraussetzungen gegeben sind, die einen Test notwendig machen.

Gibt es dann ein positives Ergebnis, kann der Betroffene, falls er einen QR-Code mit seinem Testergebnis bekommen hat, diesen scannen. Unter Umständen wird eine TAN zugesandt Oder aber, und das ist jetzt zurzeit meist so, muss er eine Hotline anrufen.

Besserer Überblick über das Infektionsgeschehen

Die Aufgabe der Kontaktpersonennachverfolgung aber bleibt weiter Aufgabe der Gesundheitsämter mitsamt den Konsequenzen, dass Betroffene und enge Kontaktpersonen in Quarantäne gestellt werden. Wird die Corona-Warn-App die Arbeit überhaupt erleichtern? Man könne das noch nicht absehen, so die Meinung bei Kreis Recklinghausen. „Man kann vielleicht einen besseren Überblick über das Infektionsgeschehen bekommen“, sagt Svenja Küchmeister.

Gibt es dann ein positives Ergebnis, kann der Betroffene, falls er einen QR-Code mit seinem Testergebnis bekommen hat, diesen scannen. Unter Umständen wird eine TAN zugesandt Oder aber, und das ist jetzt zurzeit meist so, muss man eine Hotline anrufen.

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