Von wegen zu Hause bleiben: Viele Castrop-Rauxeler Kinder sind aktuell in der Notbetreuung

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In Corona-Zeiten sollen möglichst alle zu Hause bleiben. Doch wenn Eltern in wichtigen Berufen arbeiten, werden Kinder in Notgruppen betreut. In Castrop-Rauxel sind das gar nicht wenige.

Castrop-Rauxel

, 25.03.2020, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Devise zu Zeiten des Coronavirus ist klar und wird von Politikern beinahe Mantra-haft wiederholt: Bleiben Sie zuhause, vermeiden Sie soziale Kontakte! Doch Eltern, die in sogenannten Schlüsselpositionen arbeiten, haben weiterhin Anspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind.

Seit Wochenbeginn ist die Zahl der Kinder, die in die Notbetreuung dürfen, noch einmal deutlich gestiegen. Denn nun reicht es, wenn nur ein Elternteil in einer Schlüsselposition arbeitet. Vorher mussten es beide sein.

Nun hat die Stadt Castrop-Rauxel erstmal mitgeteilt, wie viele Kinder aktuell die Notbetreuungen aufsuchen. Angemeldet sind demnach etwa 155 Kindergartenkinder und etwa 60 Schülerinnen und Schüler. Es seien nicht jeden Tag alle da, da nicht für jedes Kind eine volle Fünf-Tage-Betreuung benötigt werde. „Die Kinder kommen je nach Bedarf, abhängig von den Dienstzeiten ihrer Eltern“, sagt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann.

Die Eltern dieser Kinder arbeiten beispielsweise im gesamten Bereich der Lebensmittel- und Hygieneartikelproduktion inklusive Groß- und Einzelhandel. Außerdem gehören Mitarbeiter in Krankenhäusern, Apotheken und Laboren sowie Ärzte und Rettungssanitäter dazu.

Die Stadt appelliert noch einmal an die Eltern, wirklich nur die absolut benötigten Betreuungszeiten in den Kitas anzufordern. Und: „Weisen Kinder bei Betreuungsaufnahme Krankheitssymptome auf, werden diese nicht betreut beziehungsweise muss ein ärztliches Attest vorgelegt werden, dass das Kind betreut werden kann“, sagt Maresa Hilleringmann.

Wer die Notbetreuung in Anspruch nehmen will, braucht einen Nachweis des Arbeitgebers, der auf der städtischen Homepage heruntergeladen werden kann.

Dank für Verständnis der Eltern

Claudia Wimber, Bereichsleiterin Kinderförderung, ergänzt: „Wir möchten uns aber auch bei allen Eltern bedanken, für ihr Verständnis und ihre Umsicht bei der Umsetzung des Erlasses zum Betretungsverbot. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass die in der aktuellen Situation unabkömmlichen Schlüsselpersonen ihre Kinder betreuen lassen können und gleichzeitig die Maßnahmen zur Verlangsamung der Pandemie greifen können.“

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Betreut wird an fast allen Kitas (Ausnahmen: Volltreffer, Integrative Kita Oskarstraße, Heilig Kreuz, St. Franziskus, Sternenland, Rasselbande, Kinderburg, Meisenweg) und Grundschulen (Ausnahmen: Hans-Christian-Andersen-Schule, Martin-Luther-King-Schule, OGS Am Busch).

Keine Zusammenlegung

Maresa Hilleringmann: „Jedes Kind wird in der Einrichtung betreut, die es auch normalerweise besucht. Es gibt keine Zusammenlegung von Gruppen oder Verlegung in andere Kitas oder Grundschulen, es gilt ja, gerade keine neuen Kontaktstrukturen aufzumachen.“

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