Maskenverweigerern drohen im Einzelhandel vielerorts Hausverbote

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Immer wieder weigern sich Menschen, in Geschäften eine Maske zu tragen. Im Castrop-Rauxeler Einzelhandel sorgt das teilweise für großen Ärger. Die Leidtragenden sind häufig die Angestellten.

Castrop-Rauxel

, 30.10.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Einzelhandel gilt seit Monaten eine umfangreiche Maskenpflicht. Wer in einem Geschäft einkaufen möchte, muss aus zum Schutz vor Corona einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen sich Kunden weigern, dieser Verpflichtung nachzukommen. Doch wie gehen die Angestellten mit solchen Situationen um? Wir haben in Castrop-Rauxel nachgefragt.

Alexander Auffenberg betreibt insgesamt vier Bäckerei-Filialen in Castrop-Rauxel. Auch in seinen Geschäften habe es schon Vorfälle gegeben, bei denen Menschen der Maskenpflicht nicht nachkommen wollten. „Unsere Angestellten sind angehalten, diese Menschen auf die Regeln aufmerksam zu machen. Das ist aber auch immer situationsabhängig“, so Auffenberg.

Schutz der Angestellten an erster Stelle

Grundsätzlich habe man natürlich die Möglichkeit, den Maskenverweigerern ein Hausverbot zu erteilen. Dieses durchzusetzen sei dann allerdings Sache der Polizei. Ein enormer Aufwand für den Unternehmer. „Ein Hausverbot auszusprechen, oder direkt die Polizei oder die Ordnungsbehörden zu rufen, macht die Sache im Zweifel dann auch nicht einfacher. Glücklicherweise haben wir aber auch noch nicht viele solcher Fälle erlebt“, erklärt Auffenberg.

Er setze vor allem darauf, mit geeigneten Maßnahmen wie Plexiglasscheiben und Abstandsmarkierungen eigenständig für den Schutz seiner Angestellten zu sorgen.

Auch in der Floralwerkstatt von Gerlinde Michnik in der Bahnhofstraße sei es schon vorgekommen, dass Kunden sich nicht an die Maskenpflicht halten wollten. „Wir lassen diese Menschen dann aber nicht in den Laden. Im Zweifel sagen wir diesen Kunden, dass sie bitte an der Tür warten mögen und dann können wir ihnen die Ware aus einiger Entfernung zeigen. Anders geht es nicht“, betont die Floristin.

Maskenverweigerer werden des Ladens verwiesen

Zu etwas anderen Maßnahmen greift Claudia Jung in ihrem Blumengeschäft „Pusteblume“ an der Straße Im Ort. Sie habe schon mehrere Kunden gehabt, die die Maskenpflicht als überflüssig erachteten. „Wir haben den Laden extra so umgeräumt, dass man sich weiträumig aus dem Weg gehen kann. Die normalen Regeln gelten aber natürlich trotzdem“, so Jung. Wer sich daran nicht halte, werde umgehend des Ladens verwiesen.

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Die Fleischerei von Willi Bols habe auf solche Vorgehensweisen noch nicht zurückgreifen müssen. „So etwas ist bei uns glücklicherweise noch nicht vorgekommen. Es passiert schon, dass Kunden mal ihren Mundschutz vergessen, aber dann erinnern wir sie daran und häufig liegt er dann einfach noch im Auto“, erklärt Bols.

Duldung hat durchaus wirtschaftliche Konsequenzen

Sollte allerdings doch mal ein Maskenverweigerer seinen Betrieb betreten, müsse dieser das Geschäft umgehend wieder verlassen. „Ich kann nur jedem empfehlen, bei solchen Angelegenheiten hart durchzugreifen, weil so etwas derzeit absolut keinen Platz haben sollte“, betont der Fleischermeister.

Fleischermeister Willi Bols hat bislang noch niemanden aus dem Geschäft verweisen müssen.

Fleischermeister Willi Bols hat bislang noch niemanden aus dem Geschäft verweisen müssen. © Nico Drimecker

Er habe selbst schon in Geschäften gestanden und mitbekommen, dass Menschen, die keine Maske tragen wollten, dennoch bedient wurden. Das könne Bols zufolge weitreichende Konsequenzen haben: „Da muss man doch auch einmal solidarisch denken. Ich meide mittlerweile die Läden, in denen ich solche Sachen beobachtet habe, weil ich das höhere Infektionsrisiko einfach nicht eingehen möchte.“

Grundsätzlich droht Maskenverweigerern in Castrop-Rauxel mittlerweile ein Bußgeld zwischen 50 und 150 Euro. Zuvor kamen die Übeltäter noch mit einer Ermahnung davon.

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