Ob Wäscheklammer oder Duplostein: Um Schüler sicher zu testen, lassen sich Lehrer etwas einfallen. © privat
Coronavirus

Corona-Tests an Schulen: Stress wegen 10 Tröpfchen und 5 Tröpfchen

Zweimal in der Woche sollen Schüler in der Schule getestet werden. Tests sind inzwischen ausreichend da. Ideal sind sie nicht. Für Abiturienten hat ein Gymnasium eine neue Lösung.

Schüler sollen zwei Mal in der Woche auf eine Corona-Infektion getestet werden – und das zwingend in der Schule. Einige Schulen sehen das durchaus kritisch. Zwar sind im Gegensatz zur Zeit vor den Osterferien inzwischen genügend Tests in den Schulen angekommen. Die jetzt gelieferte Version allerdings sei nicht die beste Lösung, heißt es.

Im April werden an den Schulen in Castrop-Rauxel die Corona-Selbsttests von Siemens-Healthcare eingesetzt. Es war das einzig wertbare Angebot in der erforderlichen Menge, so hatte Schulministerin Yvonne Gebauer in einer Presseerklärung am Mittwoch (14.4.) erklärt. Und auch zugestanden, dass diese Selbsttests nicht für alle Altersgruppen und Schulformen gleich geeignet seien. 5,5 Millionen Exemplare werden in NRW jede Woche verteilt.

Rund 3000 sind am Adalbert-Stifter-Gymnasium vorrätig. Reichlich, vor allen, weil die meisten Schüler vorerst weiterhin im Distanzunterricht bleiben. „Eine bessere Lösung“ hätte sich Schulleiter Joachim Höck aber dennoch gewünscht. Bei den Tests müssen die Lehrer zur Vorbereitung genau zehn Tropfen einer sogenannten Pufferlösung in ein Röhrchen geben.

Mit Wäscheklammern und Duplo-Steinen zum Testerfolg

Hier hinein kommt der Abstrich, den die Schüler gewinnen, in dem sie ein Stäbchen fünf Mal in einem und fünf Mal im anderen Nasenloch drehen. Von dort müssen wiederum fünf Tropfen auf eine Testkassette getropft werden. Die zeigt dann nach 15 Minuten ein Ergebnis an.

Zwar ist eine Station beigefügt, in der die Röhrchen abgestellt werden können. Doch das reicht anscheinend nicht aus. In den Schulen haben die Lehrer eigene kreative Lösungen gefunden. Joachim Höck berichtet von Wäscheklammern, Dr. Mirja Beutel, stellvertretende Schulleiterin am Ernst-Barlach-Gymnasium, von Duplo-Steinen, mit denen die Röhrchen fixiert werden.

Das ist sicher nur ein Nebenaspekt. Joachim Höck sieht generell die Testungen in Klassenräumen kritisch. „Ich bin nicht sicher, ob das infektiologisch sicher ist“, sagt der ASG-Schulleiter. Zudem zeige es sich, dass manchen Schülern geholfen werden müsse. Die dürfen die Lehrer allerdings nicht geben. Sie beaufsichtigen nur. Auch aus Grundschulen hört man dieses Argument häufig. Zudem würden diese Tests sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

EBG hat Teststraßensystem für Abiturienten eingerichtet

In dieser ersten Woche nach den Osterferien wurden in den beiden Gymnasien die Schüler aus den Jahrgängen getestet, die bereits vor Ort waren. Also vor allem der Abiturjahrgang. Dafür hat das EBG extra ein Teststraßensystem etabliert. Jeder Schüler wurde nicht im Unterrichtsraum, sondern einzeln getestet. Dann musste er draußen auf das Ergebnis warten, bevor der Unterricht für ihn beginnen konnte.

Die Lösung wurde bewusst gewählt, so Mirja Beutel. Wegen der größeren Ansteckungsgefahr der britischen Virusmutation müsse inzwischen bei einem – dann auch von einem PCR-Test bestätigten – positivem Fall gleich die ganze Klasse in Quarantäne.

Angesichts der Abiturklausuren, die ab Freitag (23.4.) geschrieben werden, wollte man nicht das Risiko eingehen, gleich eine ganze Gruppe in Quarantäne schicken zu müssen. Bei den Tests hatte ein Schüler ein positives Ergebnis, das sich dann allerdings beim anschließenden PCR-Test nicht bestätigt habe.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen