An alle Maßnahmen gehalten? So schätzen Castrop-Rauxeler ihre Mitmenschen ein

rnCorona-Umfrage

Wegen der Corona-Maßnahmen gelten Maskenpflicht und Abstandsregelungen. Aber haben sich die Menschen daran gehalten? Wie bewerten die Castrop-Rauxeler ihr eigenes Verhalten und das ihrer Mitbürger?

Castrop-Rauxel

, 05.07.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Solidarität ist wohl das Stichwort der Corona-Krise. „Indem Sie zu Hause bleiben schützen sie andere.“ Und: „Maske tragen ist ein Zeichen der Solidarität“, hieß es. Aber wie schätzen die Castrop-Rauxeler das Verhalten ihrer Mitbürger ein – und wie ihr eigenes? Das wollten wir in unserer Corona-Umfrage wissen.

Und da gibt es durchaus einen gewissen Unterschied, was die Eigen- und was die Fremdwahrnehmung der 347 Teilnehmer aus Castrop-Rauxel angeht. Während 62 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sagen, sie selbst hätten sich immer an die Maßnahmen gehalten, sagen nur 6 Prozent, dass alle ihre Mitbürger sich daran gehalten hätten. Immerhin sagen aber 85 Prozent, dass viele die Regeln befolgt hätten und stellen ihren Mitbürgern damit doch ein recht gutes Zeugnis aus.

Gut ein Drittel gibt zu, Ausnahmen gemacht zu haben

Gut ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer räumt ein, selbst Ausnahmen gemacht zu haben und sich nicht immer an alle Regeln gehalten zu haben. Dass sich nur wenige an die Maßnahmen hielten, sagen nur 12 Prozent. Das deckt sich auch mit den freien Antworten in unserer Umfrage: Nur vereinzelt beschwerten sich Teilnehmer darüber, dass sich viele Menschen nicht an die Maßnahmen gehalten hätten.

Die Masken sind jedoch ein Streit-Thema, das sich auch in den Antworten der Befragten wiederfinden lässt. Viele werfen ihren Mitbürgern vor, die Masken falsch zu tragen, andere halten die Masken generell für unnötig und für wieder andere sind sie die Lösung des Pandemie-Problems. Einige wünschen sich aber auch, dass „die olle Maskenpflicht bald weg ist“, wie ein(e) Leser(in) schrieb.

Ein(e) Teilnehmer(in) sieht in den Masken auch eine trügerische Sicherheit: „Seit die Mundschutzpflicht gilt, meinen viele Menschen, den Sicherheitsabstand nicht mehr einhalten zu müssen.“

„Ich dachte der Blockwart hätte ausgedient“

Immer wieder kritisieren Kommentarschreiber eine neue Mentalität. Eine(r) meint: „Zunächst stand ich 100 Prozent hinter den Maßnahmen, aber die Stimmung ist durch die Maskenpflicht gekippt. Was macht das mit einer Gesellschaft, in der man nur noch mit Verboten, Bußgeldern, sozialer Kontrolle, Bußgeldern für Geschäfte, falls sie doch Menschen ohne Maske bedienen etc. arbeitet? Ich dachte, der Blockwart hätte ausgedient, aber der hat Hochkonjunktur.“

Dass sich die Castrop-Rauxeler (nach eigenen Angaben) an die Maßnahmen gehalten haben, liegt auch daran, dass viele die Gefahr durch das Coronavirus von Anfang an ernst genommen haben und das auch nach wie vor tun. Das geben 150 von 347 Personen an, was einem Anteil von 43 Prozent entspricht.

„Es gibt kein Danach, sondern nur ein Damit“

Ähnlich viele (40 Prozent) nehmen das Virus ernst, stellen bei sich aber inzwischen eine gewisse Lockerheit fest und gehen nach den Anfangsmonaten mit verhältnismäßig vielen Infizierten nun entspannter damit um. Trotz der Lockerungen mahnt ein(e) Umfrage-Teilnehmer(in) in den freien Antworten auch weiterhin zur Vorsicht und schreibt: „Es gibt kein Danach, sondern nur ein Damit. Und damit bleibt auch die Angst und Unsicherheit hinsichtlich des eigenen Verhaltens.“

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Nur wenige Teilnehmer gaben an, das Coronavirus von Beginn an nicht ernst genommen zu haben und das weiterhin nicht zu tun (8 Prozent) oder das Virus am Anfang ernst genommen zu haben, das aber jetzt nicht mehr zu tun (6 Prozent). In den freien Antwortmöglichkeiten äußerten sich auch vereinzelt Menschen, die eine Existenz des Virus komplett abstreiten und offenbar eher Verschwörungstheorien anhängen.

Davon losgelöst gab es auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Medienlandschaft. So schrieb ein(e) Leser(in), die Verantwortlichen und die Medien hätten gelassener mit dem Thema umgehen sollen. Ein anderer meint, Medien hätten sich gerade in der Anfangsphase der Pandemie kritischer mit den Maßnahmen der Politik auseinandersetzen sollen.

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