Coronavirus bei Haustieren: Meldepflicht kommt auch für Castrop-Rauxel

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Haustiere aus Castrop-Rauxel, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, müssen dem Veterinäramt gemeldet werden. Die Umsetzung ist noch unklar. Im Tierheim zeigt man sich vorbereitet.

Castrop-Rauxel

, 15.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haustiere, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, müssen dem Veterinäramt gemeldet werden. Dieser Verordnung hat der Bundesrat am 3. Juli zugestimmt.

Mit der Erfassung von Corona-Fällen in einem zentralen Register will man die Ansteckung von Haustieren, gerade Hunde und Katzen, besser erforschen. Alle Fälle sollen der Weltorganisation für Tiergesundheit und der EU-Kommission gemeldet werden. Die Daten sollen auch dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei seinen Studien helfen. Das FLI ist eine selbstständige Bundesoberbehörde und auf Tiergesundheit spezialisiert.

Katzen sind empfänglicher für das Virus

Das Coronavirus trifft allen Untersuchungen nach zwar nur in seltenen Fällen Haustiere. Wissenschaftliche Studien zeigen aber, dass sich Hunde in seltenen Fällen bei ihrem Besitzer anstecken können, und Katzen, die eher als Hunde empfänglich für das Virus sind, den Erreger untereinander weitergeben. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass Haustiere, einschließlich Katzen, das Coronavirus auf Menschen übertragen.

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Konkrete Corona-Fälle sind dem Tierheim am Deininghauser Weg bisher nicht bekannt. Johannes Beisenherz, Vorsitzender des Tierschutzvereins, der das Heim betreibt: „Bisher hatten wir in unserem Tierheim keinen Corona-Fall, weder bei Mensch noch Tier. Auch keinen Verdachtsfall. Es möge auch so bleiben.“ Das Leben im Tierheim habe sich durch Corona schon verändert.

Tierheim ist für die Öffentlichkeit dicht

So sei das Tierheim für die Öffentlichkeit nach wie vor offiziell geschlossen. Persönliche Kontakte mit Kunden, etwa bei potenzieller Vermittlung von Tieren oder zur Abgabe von Spenden, fänden grundsätzlich nur nach Vereinbarung statt. Darüber hinaus gelten laut Beisenherz die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln, die auch im Tierheim nach wie vor Bestand hätten.

Fundtiere und Abgabetiere würden grundsätzlich zeitnah tierärztlich untersucht. In außergewöhnlichen Fällen, gerade bezogen auf das Coronavirus, die bisher aber noch nicht eingetreten sind, „würden wir umgehend das weitere Vorgehen mit dem Ordnungsamt bzw. auch Veterinäramt abstimmen“, so Beisenherz.

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Man habe am Deininghauser Weg generell einen Corona-Notfallplan, der sich an dem orientiere, was der Deutsche Tierschutzbund herausgegeben hat. Beisenherz: „Traditionell haben wir eh Schichtdienst bei den Angestellten und ehrenamtlichen Kräften. Unsere Personaldecke bezüglich der Angestellten ist allerdings so dünn, dass wir nicht in der Lage sind, Mitarbeiter über Stundenabbau oder Urlaub zeitweilig aus dem Regelbetrieb zu nehmen.“

Neue ehrenamtliche Helfer bieten sich an

Bislang sei die Situation im Tierheim entspannt, auch von vermehrten Anfragen von besorgten Tierhaltern sei in der Corona-Zeit bislang nichts zu spüren. Johannes Beisenherz: „Wir haben bisher auch keine signifikant veränderte Abgabe oder Aufnahme von Tieren feststellen können, schon aber ein wachsendes Interesse an unseren Tieren, was zu häufigeren Kundengesprächen führt.“ Die Vermittlungsquote sei dadurch aber nicht signifikant gestiegen.

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„Vermehrte Anfragen von Personen, die uns ihre ehrenamtliche Hilfe anbieten, weil sie durch Corona aus unterschiedlichen Gründen mehr Zeit haben, müssen wir leider abschlägig bescheiden, weil wir uns aus Sicherheitsgründen in dieser Zeit auf den traditionellen Stamm der ehrenamtlichen Kräfte konzentrieren wollen“, so Johannes Beisenherz.

Das Kreis-Veterinäramt in Recklinghausen nimmt die Meldungen, wenn sie denn kommen, nur an und leitet sie weiter. „Das ist eher ein formaler Akt“, so Kreis-Sprecherin Lena Heimers. Bislang aber ist in Sachen Tier-Corona nichts zu melden, weder in Castrop-Rauxel noch im gesamten Kreisgebiet.

Hygiene-Regeln beachten

  • Laut Friedrich-Loeffler-Institut gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen. Bei der Covid-19-Pandemie sei die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Verbreitung.
  • Der Kontakt gesunder Personen zu Haustieren muss nach den derzeitig verfügbaren Informationen aus Sicht des Friedrich-Loeffler-Instituts nicht eingeschränkt werden.
  • Allerdings ist es als allgemeine Vorsichtsmaßnahme immer ratsam, grundlegende Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren in Kontakt kommt (z.B. Hände gründlich mit Seife waschen).
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