Coronavirus: Caritas hilft mit Telefonaten, Einkäufen und Tafel-Dienst

Koordinierungsstelle

Seit vier Wochen arbeitet die Koordinierungsstelle der Caritas, um Hilfesuchende mit Helfern in der Coronakrise zusammenzubringen. Noch läuft es gut, doch bald könnte es schwieriger werden.

Castrop-Rauxel

, 15.04.2020, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf Anfrage der Stadt hat Veronika Borghorst, Vorständin der Caritas Castrop-Rauxel (links) mitgewirkt, eine Koordinierungsstelle für Corona-Hilfsangebote ins Leben zu rufen. Caritas-Mitarbeiterin Nina Diring (rechts) und Kollegin Astrid Dähnke stellen jetzt Kontakte zwischen Menschen her, die während der Corona-Zeit Hilfe benötigen und Freiwilligen, die Hilfe schenken möchten. Foto: Caritas Castrop-Rauxel.

Auf Anfrage der Stadt hat Veronika Borghorst, Vorständin der Caritas Castrop-Rauxel (l.) mitgewirkt, eine Koordinierungsstelle für Corona-Hilfsangebote ins Leben zu rufen. Caritas-Mitarbeiterin Nina Diring und Kollegin Astrid Dähnke stellen jetzt Kontakte zwischen Menschen her, die während der Corona-Zeit Hilfe benötigen und Freiwilligen, die Hilfe schenken möchten. © Caritas

Während der Corona-Pandemie ist Solidarität gefragt. Gerade die, die zur Risikogruppe gehören, brauchen jetzt Hilfe, um persönliche Kontakte zu vermeiden. Damit Hilfegesuche und Hilfsangebote zusammenkommen, hat die Caritas Castrop-Rauxel eine Koordinierungsstelle ins Leben gerufen.

„Wir sind kompetent darin, Ehrenamtliche zu begleiten und dort hinzubringen, wo sie sich engagieren möchten“, weiß Veronika Borghorst. Darum zögerte die Caritas-Vorständin nicht, als Bürgermeister Rajko Kravanja anfragte, ob die Caritas die Koordinierung von Freiwilligen in der Pandemie-Zeit zentral übernehmen könne.

23 Hilfegesuche in vier Wochen

Unter einer extra eingerichteten Telefonnummer, die vormittags besetzt ist, und per Mail können seitdem Hilfesuchende und solche, die Hilfe anbieten möchten, ihre Anliegen vorbringen. Auch die Stadt leitet Anfragen Freiwilliger weiter.

62 Hilfsangebote und 23 Hilfegesuche haben Nina Diring und Astrid Dähnke in den vergangenen knapp vier Wochen entgegen genommen. Hauptsächlich sind es Senioren, die nachfragen, ob jemand ihren Einkauf erledigen könne. Alle 23 Anfragen konnten schnell realisiert werden.

An dem Erfolg maßgeblich beteiligt sind die vielen Freiwilligen. „Junge Leute, Studenten, die Semesterferien haben oder Leute, die jetzt im Homeoffice sind, bieten ihre Hilfe an - meistens Frauen“, sagt Nina Diring.

Dadurch, dass sich so viele hilfsbereite Menschen melden, kann die Caritas ihr Versorgungsangebot über die Tafel aufrecht erhalten und ausweiten. „Tafelkunden, die selber nicht mehr zur Ausgabestelle kommen können, weil sie zur Risikogruppe gehören, beliefern wir jetzt einmal pro Woche“, sagt Borghorst.

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Auch wenn ungewiss ist, wie sich das gesellschaftliche Leben während der Corona-Pandemie weiterentwickelt, ist klar, dass sich gerade Menschen, die zur Risikogruppe gehören, noch eine Weile schützen müssen. Aktuell seien die meisten über das persönliche Umfeld gut versorgt, so Borghorsts Eindruck. Sollte jedoch die Uni wieder starten oder Arbeit wieder aufgenommen werden, kann die Versorgung schwieriger werden. Borghorst betont: „Wir sind auch noch da, wenn persönliche Hilfssysteme ermüden.“

Telefonbesuche gegen Einsamkeit

Hilfsbedürftige körperlich gut versorgt zu wissen ist eine Sache. Mit Einsamkeit umzugehen, die aus der Isolation entsteht, eine andere. Auch hier möchte die Caritas unterstützen - und tut dies durch Telefonbesuche. Die Mitarbeiterinnen erleben, dass manche täglich anrufen, einfach um zu erzählen. Ehrenamtliche könnten helfen, indem sie beispielsweise jeden zweiten Tag für eine Viertelstunde mit jemandem telefonieren, der sonst niemanden zum Sprechen hat.

Kontakt

Montags bis freitags von 9.30 bis 12 Uhr können sich Hilfesuchende und Helfer unter Tel. (02305) 9235524 melden, oder sie schicken eine E-Mail an helfen@caritas-castrop-rauxel.de
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