Coronavirus: Gerüchte erschweren die Arbeit bei den Dienstleistern in Castrop-Rauxel

rnDienstleistungsgewerbe

Autowerkstätten, Handwerker, Dienstleister: Alle haben in Zeiten von Corona in Castrop-Rauxel mit Gerüchten und Bedenken ihrer Kunden zu kämpfen. Manche Unternehmen müssen sogar schließen.

Castrop-Rauxel

, 19.03.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer darf eigentlich in Coronazeiten noch seinen Laden, seinen Betrieb, seine Werkstatt öffnen und verkaufen oder reparieren. Wir haben uns im Dienstleistungsgewerbe umgehört und umgesehen.

Zwischendurch treibt das Coronavirus offensichtlich die Kreativität mancher Zeitgenossen beim Verbreiten von Gerüchten im Netz auf die Spitze: So hieß es Mittwochfrüh, die Autowerkstätten dürften zwar Reifen wechseln, aber keinesfalls bei dieser Gelegenheit neue Reifen verkaufen.

Einschränkungen beim Autohaus Kampe

„Stimmt nicht“, sagt Bernd Kampe dazu, Seniorchef des Autohauses Kampe und vormals langjähriger Obermeister der heimischen Kfz-Innung. Und bestätigt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die ersten Kunden tatsächlich sich schon Termine geben ließen wegen des Wechselns von Winterreifen auf Sommerreifen.

Jede Reparatur am Auto sei prinzipiell eine Dienstleistung, sagt Kampe. Und somit auch in diesen Coronazeiten (noch) zulässig. Kampe hat im Zuge der Corona-Krise allerdings sein Service-Angebot, Kunden wegzubringen oder abzuholen, zurückgenommen. „Dafür bitte ich um Verständnis“, sagt er. Man säße sonst im Auto zu nah beieinander.

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ATU schließt den Betrieb

Sicherheitsabstände würden auch sonst ernst genommen. Es gebe Papiertücher und Desinfektionsmittel in der Werkstatt. Und die Süßigkeiten, die eine mögliche Wartezeit im Autohaus versüßen sollen, gebe es nur noch in abgepackter Form, sagt Kampe, in dessen Autohaus 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind.

„Bei uns geht der Betrieb normal weiter, auch wenn wir verschärft auf Hygiene achten“, erklärt Kampe. Auch der TÜV komme weiter ins Haus.

Ein paar Meter weiter an der Herner Straße, beim Auto-Dienstleister ATU, geht’s zum Vordereingang in den Shop nicht mehr herein. Nur noch hinten durch die Werkstatt kann man die Mitarbeiter erreichen.

Ab Freitag, 20. März, um 16 Uhr, bleibe ATU dann für zwei Wochen sogar geschlossen, so laute die Order, sagt ein Mitarbeiter. Reifen dürften über die Werkstatt bis zu diesem Termin noch verkauft werden.

Autohaus-Chef Bernhard Kampe stellt den Bring- und Abhol-Service für Kunden ein. Im Zuge von Corona sei das einfach notwendig.

Autohaus-Chef Bernhard Kampe stellt den Bring- und Abhol-Service für Kunden ein. Im Zuge von Corona sei das einfach notwendig. © Christian Püls

„Die Leute lassen uns quasi nicht mehr in die Wohnung“

„Bei uns läuft der Betrieb ganz normal weiter“, sagt Deniz Demirci, Chef und Meister eines Betriebs für Heizung, Sanitär und Gebäudeenergiefragen auf Schwerin.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen gebe es für das fünfköpfige Team nicht. Was sie allerdings in diesen Tagen erfahren, habe mit Sicherheit mit dem Coronavirus zu tun.

„In Bezug auf die Aufträge merken wir es drastisch, dass uns die Leute quasi nicht mehr in die Wohnung lassen,“ sagt Demirci. Was an Anfragen oder Angeboten raus sei, komme nicht zurück. „Ich denke, die Leute halten erstmal ihr Geld zusammen“, erklärt Demirci.

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