Im Awo-Seniorenzentrum in Ickern wird nur noch auf den Zimmern gegessen

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Die Awo-Seniorenzentren in Castrop-Rauxel verschärfen im Zuge von Corona ihre Sicherheitsbestimmungen. Bewohner und Besucher müssen gleich mit mehreren Veränderungen leben.

Castrop-Rauxel

, 30.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) verschärft wegen der Corona-Krise die Schutzmaßnahmen in ihren Seniorenzentren. Betroffen davon sind in Castrop-Rauxel das Awo-Seniorenzentrum am Ickerner Knoten und das Wilhelm-Kauermann-Zentrum an der Bahnhofstraße.

Zur Zeit gebe es große Engpässe in der Beschaffung von Schutzausrüstung. Dazu zählten Brillen, Gesichtsmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel, heißt es in einer Pressemitteilung des Bezirksverbands Westliches Westfalen mit Sitz in Dortmund.

„Um sowohl die Bewohner als auch die Mitarbeitenden zu schützen, arbeiten wir eng mit den Gesundheitsämtern zusammen und setzen alle erforderlichen Maßnahmen konsequent um“, sagt Awo-Geschäftsführer Uwe Hildebrandt.

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Die Heimleitung des Seniorenzentrums am Ickerner Knoten führt Freitagmittag erneut ein Krisengespräch, um zu beraten und zu koordinieren, was das Gebot der Stunde ist. Und das sieht so aus, dass es drei weitere entscheidende Neuerungen in Sachen Corona-Virus und dem Bemühen, den weiteren Ausbruch zu verlangsamen, geben wird.

„Ab Freitagabend werden wir die Essensausgabe in den Zimmern vornehmen“, sagt die Leiterin des Seniorenzentrums, Jasmin Körner. Man habe hin und her überlegt, natürlich, es geht um den Mindestabstand beim Essen. Hier Essen im Schichtsystem einzuführen, sei auch nicht zielführend.

„Ich kann ja nicht vorschreiben, wie schnell eine Mahlzeit eingenommen werden sollte“, erklärt sie. Deshalb die Entscheidung mit dem Essen in den Zimmern. Auch wenn es für das Mitarbeiter-Team Mehrarbeit bedeute.

Es werden keine neuen Bewohner mehr aufgenommen

Die zweite Neuerung: Gab es wegen der Corona-Pandemie schon vorher keine Kurzzeitpflegeplätze mehr, sollen jetzt auch keine neuen Bewohner mehr aufgenommen werden – bis auf die bereits erfolgten Zusagen. „Neuaufnahmen müssten 14 Tage in Quarantäne, das ist nicht leistbar“, sagt Jasmin Körner. Aber: Damit fielen natürlich Einnahmen weg.

Die dritte Neuerung gilt eigentlich schon ein paar Tage, aber jetzt ist definitiv angesagt: Die Wäsche der Bewohnerinnen und Bewohner soll nicht mehr von Familienangehörigen gewaschen werden. Und die Familienangehörigen sollen nichts mehr für ihre Lieben einkaufen. „Wir versorgen die Bewohnerinnen und Bewohner“, sagt sie. Denn sonst müsste auch immer noch jemand aus dem Team wieder zur Türe.

Wunsch nach schnelleren Tests: Bei Neuaufnahmen und Mitarbeitern

„Wir sind nicht betroffen, haben keine Verdachtsfälle“, ist sie froh. Auch über das Verständnis von Angehörigen und der Bewohner für die Einschränkungen. Und die Laune sei trotz der Lage noch recht gut. „Aber sobald das Virus bei uns ausbricht, bekommen auch wir Probleme wegen der Schutzausrüstung“, betont sie.

Wenn sie einen Wunsch frei hätte, wählte sie schnellere Tests. Sowohl bei möglichen Neuaufnahmen als auch bei Kolleginnen und Kollegen, die – sollten sie die verdächtigen Symptome zeigen – 14 Tage krank geschrieben werden sollten. „Da ist auch der Faktor Zeit ganz wichtig für uns“, sagt sie. Bei einem schnelleren Test stünde viel früher fest, ob man infiziert sei, oder eben doch nur Husten habe.

Im Awo-Zentrum in Ickern wohnen 91 Menschen

In der Einrichtung an der Langen Straße 200 in Ickern wohnen 91 Senioren. Um sie kümmern sich quer durch alle Bereiche rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, teils auch in Teilzeit. Allein in der Pflege sind 36 Vollzeitkräfte eingesetzt.

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