Coronavirus könnte für das Westfälische Landestheater zur Katastrophe werden

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Das Westfälische Landestheater hat bisher aus keiner Stadt, in der es spielt, eine Absage wegen des Coronavirus erhalten. Eine längere Einstellung des Spielbetriebs wäre eine Katastrophe.

Castrop-Rauxel

, 10.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Westfälische Landestheater tourt quasi täglich durch Nordrhein-Westfalen, ist ständig in anderen Städten auf der Bühne mit seinem Programm, unterhält jeden Abend Zuschauer. Gibt es da Probleme mit dem Coronavirus? Müssen Auftritte abgesagt werden?

Bisher ist das nicht der Fall, gibt WLT-Sprecherin Alessia Vit am Montag (9. 3.) Entwarnung. „Für uns wäre das auch eine Katastrophe“, erklärt sie. „Wenn wir den Spielbetrieb einstellen müssten, könnten wir das vielleicht zwei oder drei Wochen kompensieren, aber danach würde es total kritisch, schließlich müssen wir unser Personal finanzieren.“ So weit ist es zum Glück nicht.

WLT ist in ständigem Kontakt mit den Städten

Man sei Tag für Tag in Kontakt mit den Städten, in denen die nächsten Aufführungen anstehen. Man selbst werde von sich aus keine Absage vornehmen, aber müsse abwarten, wie die zuständigen Behören und Gesundheitsämter entscheiden, so Vit.

In Castrop-Rauxel sei bisher nichts in Sicht, auch wenn Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet jetzt Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern abgesagt haben wollen. „So viele Zuschauer haben wir ja nicht, Wir wissen aber natürlich nicht, ob die Zahlen nicht nächste Woche schon niedriger angesetzt werden“, sagt Alessia Vit.

Zum Glück habe man bisher kaum Gastspiele im Rheinland, in Köln, Mönchengladbach oder gar in der Coronavirus-Hochburg Heinsberg gehabt. In dieser Woche stehen Aufführungen unter anderem in Meschede, Düren, Sögel, Kamen, Recklinghausen und Nienburg an. Aus diesen Städten gab es noch keine negativen Signale.

WLT: Nur wenige Besucher fragen bisher nach

Auch von Besucherseite gebe es bislang keine massiven Probleme. „In der vergangenen Woche haben wir in Castrop-Rauxel etwa bei ‚Blackout‘ einzelne Rückfragen gehabt“, erzählt die WLT-Mitarbeiterin. Manche Kartenkäufer hätten ihre Eintrittskarten zurückgegeben, aber alles in sehr begrenztem Umfang.

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Wie sich das entwickeln könnte, wenn es in der Europastadt erste Verdachts- oder gar Krankheitsfälle gebe, könne man nicht beurteilen. „Ende des Monats haben wir die Premiere von ‚Ich bin eine Schauspielerin, mehr nicht. Romy Schneider – Das Leben einer Ikone‘ mit 600 Zuschauern in der Stadthalle. Da müssen wir jetzt abwarten, wie sich die Situation entwickelt.“

WLT: Probenarbeit läuft bisher wie gehabt weiter

Das gelte auch für die Klassenzimmerstücke. „Wenn eine Schule geschlossen wird, ist da nichts zu machen“, gibt sich Alessia Vit aber gelassen. Die Probenarbeit laufe im Kinder- und Erwachsenenbereich weiter wie gehabt. „Und dabei kann es hoffentlich auch bleiben“, so die WLT-Sprecherin.

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An dieser Stelle werden wir auch in der neuen Woche über alle Entwicklungen zum Coronavirus in Castrop-Rauxel berichten. Kostenlos. Seit Sonntagnachmittag gibt es in der Stadt 10 Infizierte. Von Tobias Weckenbrock, Thomas Schroeter, Marcel Witte, Jessica Hauck, Iris Müller

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