Coronavirus-Todeskurve steigt bedrohlich wie in der ersten Pandemie-Welle

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Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle steigt stark: Sie liegt nun bei 79 Personen. Es gibt im Kreis Recklinghausen nur eine Stadt, in der es keinen Toten gab. Zahlen und welche Hinweise sie geben.

Kreis Recklinghausen

, 17.11.2020, 12:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

79 Todesfälle durch oder mit einer Sars-CoV2-Infektion: Das ist der aktuelle Stand im Kreis Recklinghausen. Dabei stammen 30 dieser Fälle aus den vergangenen 30 Tagen: Am 21. Oktober lag die Zahl der Todesopfer bei 49.

Wer die Kurve betrachtet, der sieht eindeutig die bisher zwei Wellen, die die Corona-Pandemie geschlagen hat: Die erste Welle machte sich bei den Todesfällen im April und Mai bemerkbar. Sie begann am 16. April (6 Tote zu dem Zeitpunkt) und endete Mitte Mai bei einem Stand von 36 Toten.

Der Lockdown begann damals einen Monat früher: Am 13. März schlossen die Schulen in NRW (bis 23. April), am 22. März die Gastronomie. Die Zahl der Todesfälle zog erst einen Monat später an, zwei Monate später war sie dann stabil.

Was bedeutet das nun für heute? Der Lockdown light gilt seit dem 2. November. Vorher gab es schon einige Maßnahmen zur Eindämmung, die aber die Zahl der Neuinfektionen nicht spürbar bremsten. Ist also zu erwarten, dass er die Zahl der Toten bis Jahresende nicht wieder bremsen wird?

Warum die Kurve schneller abflachen könnte

Heute ist der Umgang mit der Pandemie wesentlich geübter als damals. Die Krankenhaus-Kapazitäten sind höher, die Erfahrungen im Umgang mit Beatmungsgeräten größer. Die Isolation von besonders anfälligen Risikopersonen ist heute besser als damals. Demnach besteht begründete Hoffnung, dass die Zahl der Todesfälle schneller gebremst werden kann als im Frühjahr.

Die Zahl der belegten Intensivbetten und der Covid-19-Patienten, die invasive Beatmungsgeräte benötigen, gibt einen Hinweis auf den Ernst der Lage: 143 Corona-Patienten (etwa 10 Prozent aller akut Infizierten) liegen zurzeit insgesamt in Krankenhäusern im Kreis RE. 88 Prozent sind 60 Jahre alt oder älter. 26 Patienten liegen mit einem schweren Verlauf auf Intensivstationen. Bei einer Gesamtbelegung mit 187 Patienten (14 Prozent davon haben Covid-19) und 233 gemeldeten Intensivbetten insgesamt sind derzeit noch 46 Betten frei.

15 der 26 Covid-Patienten müssen invasiv beatmet werden. Das spricht für einen besonders schweren und lebensbedrohlichen Verlauf der Erkrankung. Vier Menschen starben allein in den vergangenen 24 Stunden.

Besonders viele Tote in einem Ort

Die Zahl der Toten ist in Gladbeck besonders hoch: Hier kamen seit Ausbruch der Pandemie im März 29 Personen ums Leben. Das sind mehr als ein Drittel aller Todesfälle im Kreis RE. Grund ist ein früher Ausbruch in Senioreneinrichtungen. Haltern am See ist die einzige Stadt, die bislang noch keinen Todesfall zu vermelden hatte.

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