D-Town: Brandanschlag wohl aus Beziehungsfrust

21-Jähriger vor Gericht

Der 21-jährige Mann, der im Oktober 2015 Brandsätze auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Deininghausen geworfen hat, ist seit Donnerstag ein Fall für das Jugendschöffengericht. Grund für die Tat sollen keine rechtsextremistischen Hintergründe sein, sondern die schwierige Beziehung zur Partnerin.

CASTROP-RAUXEL/DORTMUND

07.04.2016, 16:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
D-Town: Brandanschlag wohl aus Beziehungsfrust

Der Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Deininghausen beschäftigt seit Donnerstag (7.4.) das Dortmunder Jugendschöffengericht. Angeklagt ist ein 21-jähriger Mann aus der Nachbarschaft. Einen rechtsextremen Hintergrund schließen die Ermittler bisher aus.

Frust über die Beziehung

Nach derzeitigem Stand handelte der Mann vielmehr aus Frust über seine Beziehung. Deshalb soll er Ende Oktober mit mehreren Molotow-Cocktails durch Deininghausen gezogen sein und die Brandsätze schließlich gegen 22.50 Uhr in die Räume des ehemaligen Jugendzentrums D-Town geschleudert haben. Bewohnt war das Gebäude damals zum Glück noch nicht. Der Brand verursachte allerdings schwere Schäden an dem Haus.

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Die äußerst schwierige Beziehung zu seiner Partnerin zieht sich auch durch die übrigen Anklageschriften der Staatsanwaltschaft, die seit gestern mitverhandelt werden. Schon im Sommer 2015 muss die Polizei Stammgast an der Wohnung des Paares gewesen sein. 

Immer wieder kam es laut Anklage zu Handgreiflichkeiten und schweren Gewaltausbrüchen. Selbst, als die junge Frau bereits am Boden lag, soll der 21-Jährige auf sie eingeschlagen und eingetreten haben. Einmal sogar so fest, dass er fürchtete, ihr den Arm gebrochen zu haben.

Drogengeschäfte und Beleidigung

In weiteren Anklagen werden dem Mann Drogengeschäfte und Beleidigung eines früheren Freundes in einem Kurznachrichten-Chat vorgeworfen. Auf den anderen Mann ist der 21-Jährige bis heute offensichtlich nicht besonders gut zu sprechen. Auf die Frage des Richters, um wen es sich bei dem Beleidigten denn handele, antwortete der Angeklagte: „Das war mal ein Kollege von mir.“ Dabei sprach er das „war“ besonders laut und deutlich aus.

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Der Angeklagte hat nach seiner Festnahme knapp sechs Wochen in Untersuchungshaft gesessen. Nicht ausgeschlossen ist, dass er bald wieder zurück ins Gefängnis muss. Er bringt nämlich bereits eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen früherer Taten mit in die Verhandlung. Die neue Strafe käme jetzt obendrauf.

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