Angela Merkel in der Schauwerkstatt der Seiffner Volkskunst. Ein weihnachtliches Deko-Muss für jeden nüchternen Realisten eigentlich. © picture alliance/dpa/dpa-Zentral
Kolumne „Wohn(t)räume“

Dampfende Angela: Eine Traum-Deko für nüchterne Weihnachts-Typen

Wohnen ist ein Lebensgefühl. In dieser Kolumne beschäftigt sich unser Autor regelmäßig mit „Wohn(t)räumen“. Heute geht es um trendige Weihnachtsdeko in unseren Wohnstuben

Weihnachten steht vor der Tür. Dieser Satz ist so altbekannt wie blöd. Bei mir steht definitiv kein Weihnachten vor der Tür, bei Ihnen auch nicht. Es steht aber eine Zeit an, in der selbst Menschen, die das gesamte Jahr über vor lauter Nüchternheit kaum lächeln können, angesichts pausbackiger Engel und Lebkuchengeruchs in ein debiles Wonne-Dauergrinsen verfallen.

Das ist dann die Zeit, in der aus dem Schlafzimmerschrank die sogenannten Ugly Christmas Sweater gezogen werden, also jene übertrieben hässlichen Weihnachtspullover, die weiter voll im Trend liegen. Man demonstriert damit ironische Distanz zum Fest, möchte aber doch Teil der Last-Christmas-Community sein.

Zartes Salbei- oder intensives Tannengrün

Als Trendfarben beim Weihnachtsschmuck, so liest man jetzt, gelten angeblich zartes Salbei- oder intensives Tannengrün: „Schließlich steht die Farbe bekanntermaßen für Hoffnung, und das kann nach den letzten zwei Pandemie-Jahren als Motto nun wahrlich nicht schaden“, schreibt die Handelskette Butlers. Die muss es ja wissen.

ZUR KOLUMNE

In den „Wohn(t)räumen“ befasst sich Thomas Schroeter regelmäßig auf sehr persönliche Art mit dem Wohnen. Da kann es um neue Trends gehen, um Wohnphilosophien, um Bauärger oder Küchendeko. Einfach um alles, was das Wohnen im Alltag so ausmacht.

Bei den Baumkugeln und -kerzen (wenn es denn noch echte Kerzen sein dürfen) lässt die Weihnachtsindustrie in diesem Jahr neben dem klassischen Rot und Gold auch Blau und Silber gelten. Das soll an Sternenhimmel erinnern, kommt aber auch den eher kühleren Naturen in Sachen Farbigkeit entgegen.

Ansonsten, so liest man bei zuverlässigen Trend-Quellen, würden rund um die 2021er-Weihnacht nachwachsende Rohstoffe wie Holz und Gräser, Jute, Borke oder Kork präferiert. Diese Stoffe ließen sich sehr schön mit Marmor, Stein oder Metall kombinieren. So entstehe ein elegantes und gleichzeitig unprätentiöses Design.

Auch hier also will man unseren nüchternen Pragmatiker vom Anfang dieses Textes eine Weihnachtsvariante anempfehlen, die sein Naturell mit dem besoffen-besinnlichen Markenkern der Wohlstands-Weihnacht in Einklang zu bringen vermag.

Das perfekte Deko-Teil oder Geschenk für diese Spezies Mensch ist inzwischen auch auf dem Markt: Angela Merkel, unsere scheidende Dauer-Kanzlerin und nüchternste Realistin aller Zeiten, als Räuchermännchen respektive -frauchen. Die Hände sind natürlich zur Raute geformt, der Blazer wahlweise in Rosa, Türkis oder Violett zu haben.

Leider erst wieder im Februar zu haben

Allerdings erst wieder nach dem Fest der Feste. Denn die qualmende Angela Merkel aus dem dem Erzgebirge für schlappe 69 Euro kam bestens an. Die 14 Zentimeter hohe Drechselarbeit aus Esche und Weißbuche hat so reißenden Absatz gefunden, dass die Seiffener Volkskunst eG sie erst wieder im Februar liefern kann.

Aber verschoben ist ja nicht aufgehoben. Und eins ist gewiss: Weihnachten wird auch im Jahr 2022 wieder plötzlich vor der Tür stehen.

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Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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