Darum bleiben Huawei-Smartphones in Castrop trotz verlorener Android-Lizenz im Sortiment

rnDas sagen die Handyshops

Sollte ich heute noch ein Smartphone von Huawei kaufen? Google schließt die Chinesen zukünftig von Software-Updates für Android aus. Und was sagen Castrop-Rauxeler Handyshop-Inhaber dazu?

Castrop-Rauxel

, 24.05.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schlagzeilen der Technikblogs und -portale kennen in diesen Tagen nur ein Thema: Der chinesische Konzern Huawei soll zukünftig auf die Zusammenarbeit mit Google verzichten müssen. Das bedeutet: Sicherheitsupdates und Apps von Google werden auf neuen Huawei-Geräten wegfallen.

Das sorgt weltweit für Verunsicherung bei Kunden. In den Handy-Shops der Castrop-Rauxeler Altstadt werden Huawei-Geräte allerdings weiterhin zum Kauf angeboten.

Werbe-Aufsteller für Huawei bei der Telekom

Der einfache Grund: „Geräte, die bereits vorgestellt wurden und bei uns verkauft werden, sind nicht betroffen“, sagt Tom Weinberg, Filialleiter des örtlichen Telekom-Shops. Das betreffe auch die Geräte des kürzlich erst auf den Markt gekommenen neuen Flaggschiff-Modells von Huawei, dem P30, mit dem die Telekom sogar vor der Filiale wirbt.

Darum bleiben Huawei-Smartphones in Castrop trotz verlorener Android-Lizenz im Sortiment

Der Telekom-Shop wirbt sogar auf einem Aufstellen in der Fußgängerzone mit einem Huawei-Gerät. © Tobias Weckenbrock

Probleme mit Sicherheitsupdates oder Apps sollen hier noch nicht auftreten können. Jedenfalls nicht so stark. Das versicherte Huawei in einem Statement, das das Unternehmen bei Twitter veröffentlichte.

Verunsicherung bei Kunden ist groß

Auch bei den Handyshops von Connection-Castrop mit zwei Filialen in der Castroper Innenstadt bleiben Huawei-Smartphones im Programm. Die Verunsicherung der Kunden sei aber deutlich zu spüren. „Ja, viele unserer Kunden fragen zur Zeit als erstes nach der Situation mit Huawei“, sagt Hannes Fitz, Filialleiter an der Wittener Straße.

Darum bleiben Huawei-Smartphones in Castrop trotz verlorener Android-Lizenz im Sortiment

Hannes Fitz ist Filialleiter des Handyshops Connection-Castrop. Er sagt: "Huawei-Handys verkaufen wir auch weiterhin." © Matthias Stachelhaus

Manche wären schon in den Laden gekommen in der Annahme, ihr aktuelles Gerät von Huawei könnten sie bald nicht mehr nutzen. „Das stimmt so nicht. Wir weisen Käufer neuer Geräte auf die Situation hin. Alles, was derzeit auf dem Markt ist, ist aber noch nicht betroffen“, sagt Fitz weiter.

Er erlebe sogar, dass manch ein eingefleischter Huawei-Fan sich auf eigene Software-Lösungen des Technikkonzerns freue. Getreu nach dem Motto: „Endlich müssen die ihr eigenes Ding machen.“

Gekaufte Geräte werden nicht zurückgenommen

Gleiches gilt für den Vodafone-Shop am Marktplatz. „Auch von der Firmenzentrale haben wir noch keinerlei Anweisung für einen Verkaufsstopp erhalten“, sagt die Filialleiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte, auf Nachfrage unserer Redaktion am Mittwoch.

Wer sich für ein Smartphone von Huawei interessiere, werde auf die drohende Problematik hingewiesen. „Die Entscheidung liegt letztendlich beim Kunden.“

Bereits gekaufte und benutzte Geräte nehme man aus diesem Grund nicht einfach so zurück. „Im Einzelfall, etwa bei einem neuen und originalverpackten Gerät, kann der Inhaber der Filiale entscheiden“, so die Chefin vor Ort.

Rechtsanwalt empfiehlt Kunden anderes

Arndt W. Kempgens, Rechtsanwalt aus Gelsenkirchen, gibt Kunden zu Bedenken, dass sie überlegen sollten, ob sie vom Kaufvertrag zurücktreten und eine Rückzahlung des Kaufpreises verlangen, wenn Huawei-Smartphones keinen Zugriff mehr auf Android-Betriebssysteme oder Android-Updates haben. „Beim Kauf des Handys sind die Verbraucher nämlich davon ausgegangen, dass sie das Handy mit der mitgelieferten Software langfristig nutzen können“, so Kempgens.

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