Darum geht es im neuen WLT-Jugendstück "Stones"

Am Westfälischen Landestheater

Zwei Jugendliche, ein paar Steine und ein Auto. Das Westfälische Landestheater (WLT) inszeniert das Stück "Stones", in dem es um Freundschaft, Langeweile und Schuld geht - und darum, wie eine jugendliche Dummheit das ganze Leben verändern kann. Wir haben die Regisseurin und Ausstatterin im Video interviewt.

Castrop-Rauxel

, 08.02.2016, 06:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Einfach „Stones“, also Steine, ist das Jugendstück betitelt, dessen sich das Westfälische Landestheater (WLT) für eine Inszenierung angenommen hat. In den 1990ern geschrieben von den beiden Australiern Tom Lycos und Stefo Nantsou, geht es um einen Steinwurf und das, was dieser mit den Leben der Protagonisten anrichtet.

Der Langeweile entfliehen

Hinter dem schlichten Titel verbirgt sich ein Theaterstück über Freundschaft, über Dinge, die Jugendliche tun, um der Langeweile zu entfliehen, um daraus resultierende Konsequenzen, Schuld und Sühne.

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„Ein komplexes und vielschichtiges Gebilde aus Fragestellungen, die wir den Zuschauern nicht beantworten können. Jeder muss sich ein eigenes Bild schaffen“, sagt Regisseurin Katrin Herchenröther. „Stones“ basiert auf einem authentischen Fall – einem, der sich ähnlich auf der ganzen Welt in den letzten Jahren immer wieder abgespielt hat.

Flo (Banar Fadil) und Diesel (Svenja Marija Topler) sind Freunde, die sich immer wieder gegenseitig zu Mutproben anstacheln. Flo traut sich was, auf die Aufforderung von Diesel hin tritt er einen Stein von einer Brücke auf den Autobahnverkehr darunter. Flos Stein trifft eines der Autos, durchschlägt die Windschutzscheibe und tötet einen Menschen. Zwei Kommissare (ebenfalls von Banar Fadil und Svenja Marija Topler dargestellt) ermitteln.

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Schuld und Furcht

Der Konflikt zwischen Schuld und Furcht führt letztlich dazu, dass Flo sich der Polizei stellt. Aber ist Flo tatsächlich verantwortlich für das, was passiert ist? Und welche Strafe ist angemessen für ihn und die Anstifterin der Tat? Katrin Herchenröther hat sich im Vorfeld der Inszenierung über ähnliche Fälle informiert, Recherchen betrieben. Mit teils überraschenden Erkenntnissen. „Bei der Rechtsprechung war in manchen Fällen sogar relevant, welche Form oder Größe die geworfenen Steine hatten“, erzählt sie. Und man darf sich durchaus die Frage stellen, wie weit unser Jugendstrafrecht angemessen oder auch unangemessen ist, meint die Regisseurin. 

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Termine 
Die Premierenvorstellungvon „Stones“ findet am Sonntag, 21. Februar, um 18 Uhr im Studio des WLT statt. Empfohlen ist das Stück für Jugendliche ab 13 Jahren. 
Am Freitag, 18. Februar, findet ab 19 Uhr eine kostenlose Vorabvorstellung speziell für Lehrer statt, die Interesse daran haben, das Stück mit Schulklassen zu besuchen und im Unterricht aufzuarbeiten.

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