Darum traten zwei Habinghorster in den Sitzstreik

Bushäuschen gefordert

Bei einem Sitzstreik haben sich zwei Castrop-Rauxeler für behindertengerechte Bushäuschen eingesetzt. Mit ihrer Aktion wollten sie auf das Fehlen von Sitzmöglichkeiten an den Haltestellen aufmerksam machen. Im Video erzählen die beiden Initiatoren der Aktion von ihren Beweggründen.

HABINGHORST

, 04.08.2015, 17:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Er war das Reden leid und ließ Taten folgen: Thomas Frauendienst machte am Dienstag für zwei Stunden eine Sitz-Demo auf eigenen Stühlen. Um gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Angelika Harms an der Bushaltestelle Habinghorst Post auf die fehlenden Wartehäuschen und Sitzmöglichkeiten hinzuweisen.

Beide sind behindert und auf Krücken angewiesen. Schon vor der Eröffnung der piekfein hergerichteten neuen Lange Straße Anfang Mai hat sich Frauendienst (51) den Mund fusselig geredet und auf die Wichtigkeit der insgesamt sechs Häuschen an drei Haltestellen hingewiesen. Selbstverständlich gehe das klar, sei ihm versichert worden. Auf die Selbstverständlichkeit wartet er heute noch.  

  Und fragt jetzt: „Wann endlich wird das eingelöst?“ Aufgebracht verweist er auf die UN-Behindertenrechtskonvention. Sie gilt seit 2009. „Aber Deutschland liegt bei der Teilhabe von Behinderten noch hinter den Entwicklungsländern auf Platz 33“, beschwert sich der Habinghorster. Und verdeutlicht: „Wann begreifen die Menschen, dass sich Inklusion nicht nur auf Schule bezieht?“

Auch den Bürgermeister haben die beiden zu ihrer Demo eingeladen. Der ließ sich nicht blicken. Und auch vom Stadtbetrieb EUV gibt es noch keine Antwort, wann die angeblich bereits fertiggestellten Häuschen angeliefert und montiert werden. Bislang ist immer die Rede davon gewesen, dass der Förderbescheid noch nicht vorliege. Die Häuschen werden vom Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) gefördert und sollen 170.000 Euro kosten.

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Zwei Stunden haben Frauendienst und Harms unterm großen Regenschirm ausgeharrt. Zumindest die Polizei, schildert der Habinghorster im Anschluss, habe ihre Aktion für gut befunden. Auch einige Bürger hätten große Zustimmung geäußert.

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