Das neue Familienleben: Castroper Mama Sarah vermisst vor allem ihre Kinder-Pause am Mittag

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Wie organisiert sich unser Familienleben neu? Menschen aus Castrop-Rauxel erklären, was sich seit Ausbreitung des Coronavirus und Erlass des Kontaktverbotes getan hat. Ein weiteres Beispiel.

Castrop-Rauxel

, 26.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine weitere Familie aus Castrop-Rauxel mit kleinen Kindern erklärt, wie sie die Corona-Krise meistert:

Familie Gertz / Schwanemeier aus Castrop:

„Wir versuchen, aus der Situation das Beste zu machen“, sagt Sarah Schwanemeier aus Castrop. Mit ihrem Mann Christian Gertz und den gemeinsamen Kindern Fenja (21 Monate) und Simon (5 Monate) starten sie „jeden Tag ganz gemütlich: Ausschlafen und dann noch eine Kuschelrunde im Bett.“

Solange das Wetter schön ist, verbringe man viel Zeit im kleinen Garten. „Wenn möglich gehen wir auch ein- bis zweimal täglich eine kleine Runde um den Block spazieren oder machen einen längeren Spaziergang durch den Wald“, erzählt Mama Sarah.

Fenja (21 Monate) malt und bastelt gern. Sarah Schwanemeier würde sich aber trotzdem gern mal eine Stunde am Tag für sich nehmen. Zurzeit geht das nicht - und der Haushalt bleibt liegen, bis die Kinder im Bett sind.

Fenja (21 Monate) malt und bastelt gern. Sarah Schwanemeier würde sich aber trotzdem gern mal eine Stunde am Tag für sich nehmen. Zurzeit geht das nicht - und der Haushalt bleibt liegen, bis die Kinder im Bett sind. © Sarah Schwanemeier

Ansonsten gehe es kreativ zu: Osterdeko basteln, malen, kneten, Musik machen und tanzen - das gehört genauso wie freies Spielen zurzeit zum Tagesablauf. „Und zum Abschalten und Runterkommen sind hier momentan Bücher gefragt“, sagt Sarah Schwanemeier.

Die Familie vermisst aber auch einige Dinge, die sonst zum Alltag dazu gehören: „Am meisten vermissen wir das Spielen mit anderen Kindern und den Austausch mit anderen Eltern.“

Fenja geht in den Kindergarten, aber auch privat ist man vernetzt: Einmal in der Woche treffen sich rund ein Dutzend Kinder mit ihren Eltern in einer Spielgruppe im Café Pause auf Schwerin. Sie nennt sich „MuVaKi-Treff“, das steht seit etwa zwei Jahren für „Mutter Vater Kind“. Zurzeit geht das nicht.

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„Treffen mit anderen Familienmitgliedern und Freunden“, sagt Sarah Schwanemeier, „werden natürlich auch schmerzlichst vermisst.“ Auch spontane Ausflüge und das ansonsten zweimal wöchentliche Turnen finden nicht statt.

Einkaufen gehen sie so selten wie möglich. Das setzt genaues Planen voraus - „und das war noch nie meine Stärke“, sagt Sarah Schwanemeier mit einem Grinsen.

Osterdekoration basteln: Das ist einer der Tipps, die Sarah Schwanemeier für andere Familien hat. Man braucht in dieser Zeit einfach Projekte.

Osterdekoration basteln: Das ist einer der Tipps, die Sarah Schwanemeier für andere Familien hat. Man braucht in dieser Zeit einfach Projekte. © Sarah Schwanemeier

Sie persönlich vermisse eine kleine Auszeit am Mittag: „Einfach mal eine Stunde nur für mich“, sagt sie und erklärt, dass die Kinder sich momentan mit ihren Schläfchen abwechselten.

So ist immer ein Kind da, das beschäftigt werden will. „Zu allem Überfluss bleibt der größte Teil des Haushaltes liegen und kann erst, wenn die Kinder abends schlafen, erledigt werden“, so Sarah Schwanemeier.

Trotz der Probleme: Solange das Wetter so bleibe, sei der Lagerkoller noch weit entfernt. „Und wenn das Wetter schlechter wird, sind wir mit Bastelmaterial und neuen Spielen hoffentlich gut ausgestattet.“ Sarah Schwanemeier sagt: „Bleibt gelassen, seht nicht alles zu ernst und genießt die Zeit mit euren Kindern.“

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