Das sind die neuen Pläne für die alte Harkortschule

"Haus der Willkommenskultur"

Alles schien klar. Die ehemalige Friedrich-Harkort-Schule in Merklinde sollte von der Stadt verkauft - und durch zwei Privatinvestoren in einen Eigentumswohnungs-Komplex umgebaut werden. Eigentlich. Denn nun folgte die Wende: Die Stadt behält das Gebäudeensemble - als "Haus der Willkommenskultur".

CASTROP-RAUXEL

, 14.03.2015, 07:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Pläne für die Harkortschule in Merklinde. Hier soll nun ein "Haus der Willkommenskultur" entstehen - der Eigentumswohnungs-Komplex ist passé.

Neue Pläne für die Harkortschule in Merklinde. Hier soll nun ein "Haus der Willkommenskultur" entstehen - der Eigentumswohnungs-Komplex ist passé.

Entstehen soll eine zusätzliche Kindergartengruppe sowie Bildungs- und Betreuungsangeboten für Flüchtlinge und Asylbewerber.

Das gab Bürgermeister Johannes Beisenherz am Freitag im Rathaus bekannt. „Dieser Name soll signalisieren, was die Menschen uns wert sind“, unterstrich der Bürgermeister. Einzelheiten wie zeitlicher Ablauf des Prozesses oder Finanzfragen sind derzeit noch völlig offen. Eine Nutzung der leer stehenden Immobilie als Flüchtlingsunterkunft schloss Beisenherz ausdrücklich aus. Die vorhandenen Räumlichkeiten bezeichneten er und die Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Schule, Regina Kleff, als geeignet für die neue Nutzung.

Unruhen durch geplanten Wegfall der Turnhalle

Darüber hinaus stellte der Bürgermeister klar, dass mit dieser Lösung die Turnhalle der Schule bis auf Weiteres für den SuS Merklinde und andere Gruppen nutzbar bleibe. Der geplante Wegfall der Sporthalle hatte große Unruhe im gesamten Stadtteil ausgelöst, insbesondere der SuS Merklinde sah wegen der fehlenden Möglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil in den Wintermonaten die Existenz des Vereins langfristig in Gefahr.

Mit der Kindergartengruppe, dessen Trägerschaft noch unklar ist, soll der unerwartet hohe Mehrbedarf im Süden abgedeckt werden. Dieser war tags zuvor im Jugendhilfeausschuss bei der Vorstellung der Angebotsstruktur für das Kindergartenjahr 2015/16 offenbar geworden. Ein Start dieser Gruppe ist allerdings erste zum Kindergartenjahr 2016/17 realistisch. Auch der Bezug der ehemaligen Schule Grüner Weg durch zwei Gruppen, eine davon aus dem Kindergarten Swabedoo wird erst Anfang 2016 realisiert, wie im Jugendhilfeausschuss bekannt wurde.

Potenzielle Investoren konnten zeitnahe Realisierung nicht nachweisen

Die Betreuung und Bildung von Flüchtlingen in Sprach- und Spielgruppen, wie sie teilweise bereits existieren, teilweise in Planung sind, soll künftig in der Ex-Harkortschule stattfinden. Hinzu kommen laut Beisenherz ein Verwaltungs- und ein Hausmeisterbüro sowie ein Standort für die aufsuchende Jugendarbeit.

Wie Beisenherz des Weiteren mitteilte, hätten die beiden potenziellen Investoren Rudi Bork und Ralf Sprave in einem Gespräch mit ihm eine zeitnahe Realisierung ihrer Ideen nicht nachweisen können, so dass kurzfristig umdisponiert worden sei. Gleichwohl stehe die Harkortschule langfristig möglicherweise wieder zum Verkauf: „Da ist keine Tür zugefallen“, sagte er. 

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