„Der Lärm macht krank!“: Ehepaar Markus ärgert sich über B 235-Verkehr

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Friedhelm und Margot Markus kämpfen seit Jahrzehnten um eine Schallschutzwand an der B 235. Der zunehmende Verkehr belastet sie sehr. Von der Stadt fühlen sie sich im Stich gelassen.

von Inka Hermanski

Castrop-Rauxel

, 25.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer Castrop-Rauxeler ist, der kennt die B 235 und weiß, wofür sie steht: viel Lärm, Lkw-Verkehr und Raser. Diesem Lärm sind Friedhelm (67) und Margot (66) Markus tagtäglich ausgesetzt. Sie wohnen nahe dem Evangelischen Krankenhaus parallel zur B 235.

Als das Ehepaar 1988 in das Haus einzog, sei man sich durchaus bewusst gewesen, dass das Grundstück direkt an die Bundesstraße grenzt. Doch „der Verkehr damals war ein ganz anderer“, sagt Friedhelm Markus. Über die Jahre habe es immer mehr Gewerbe in der Gegend gegeben. Und damit auch mehr Lkw-Verkehr.

„Der Verkehr nimmt von Jahr zu Jahr zu“

„Grundsätzlich haben wir Verständnis für diese Entwicklungen und das wirtschaftliche Interesse der Stadt“, erklärt Friedhelm Markus: „Wir wollen keinen Stillstand, sondern, dass die Stadt auch für unsere Kinder und Enkelkinder attraktiv bleibt.“

Friedhelm (67) und Margot (66) Markus leiden unter dem Lärm des steigenden Verkehrs auf der B235.

Friedhelm (67) und Margot (66) Markus leiden unter dem Lärm des steigenden Verkehrs auf der B235. © Inka Hermanski

Dennoch dürfe man die Anwohner nicht vergessen, die unter dem zunehmenden Lärm leiden: „Die Wohn- und Lebensqualität muss gesichert bleiben, wenn man Bürger an die Stadt Castrop-Rauxel binden will.“

Beim Ortstermin im Garten des Ehepaares Markus müssen wir unser Gespräch mehrmals unterbrechen: entweder weil an der Kreuzung direkt hinter dem Garten laut gehupt wird oder weil Einsatzwagen mit lautem Tatütata in Richtung Krankenhaus vorbeirauschen.

Lärmquellen von allen Seiten

Der zunehmende Verkehr und vor allem, dass sich niemand Gedanken zu machen scheint, wie dem begegnet werden kann, zerrt an den Nerven des Ehepaares. Nun hat eine ganz andere Lärmquelle Das Fass zum Überlaufen gebracht.

In den Sozialen Medien hatten in den vergangenen Wochen immer wieder Nutzer aus Castrop-Rauxel von ständigem Hämmern und Klopfen in der Nähe des EvK berichtet.

Es handelt sich um eine Ramme, die am neuen Gesundheitscampus des EvK 290 Pfähle bis zu neun Meter in den Boden treiben soll, um einen stabilen Aufbau zu gewährleisten.

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„Die Ramme stand zwischen 6 Uhr morgens und 19 Uhr abends nicht einmal still. Im Sekundentakt war dieses eintönige, stampfende Geräusch zu hören“, erzählt Friedhelm Markus. Auch wir dürfen Zeugen dieses Geräusches werden und können die Belastung schnell nachvollziehen.

„Durch den neuen Gesundheitscampus, auf dem unter anderem eine Kita und eine Großküche geplant sind, wird es noch mal zu einem höheren Verkehrsaufkommen kommen“, sagt Margot Markus besorgt.

Das Verkehrs-Thema beschäftigt die Anwohner nicht erst seit gestern. Schon vor knapp 20 Jahren wurde über eine Schallschutzmauer an dieser Stelle diskutiert.

Projekt Schallschutzwand bereits einmal gescheitert

Schon damals hatte der EUV den Lärm gemessen und der hatte nur knapp unter dem zulässigen Höchstwert gelegen. Der EUV erstellte in diesem Zuge eine Lärmkarte „aber im Endeffekt ist wieder nichts passiert“, sagt Margot Markus.

„Seither ist das Verkehrsaufkommen aber nochmal stark angestiegen“, bestätigt auch Waltraud Jerrhoff. Die 71-Jährige wohnt direkt neben dem Ehepaar Markus. Auch sie leidet unter dem Lärm.

Auch Waltraud (71) und Klaus-Dieter (72) Jerrhoff wünschen sich eine Schallschutzwand.

Auch Waltraud (71) und Klaus-Dieter(72) Jerrhoff würden sich eine Schallschutzwand wünschen. © Inka Hermanski

Ausgeschlossen ist aber offenbar nicht, dass sich an der B 235 in Sachen Lärmschutz etwas tut: „Grundsätzlich kann jeder Anwohner einen Antrag auf Überprüfung der Lärmbelastung stellen. Sollte eine Berechnung ergeben, dass die Lärmbelastung „gewachsen“ ist und sich „verfestigt“ hat, könnte eine Lärmsanierung stattfinden“, erklärt Susanne Schlenga, Pressesprecherin von Straßen.NRW.