Deshalb wird das St.-Rochus-Hospital ausgebaut

Interview mit Geschäftsführer

Clemens Galuschka startet seine Amtszeit als Geschätsführer am St.-Rochus-Hospital in Castrop-Rauxel mit einem Großprojekt: Fünf neue Operationssäle lösen drei alte ab. Wir haben ihn gefragt, wofür die zusätzlichen Säle gebraucht werden - und ihn mit sechs teils provokanten Thesen zur Krankenhausversorgung konfrontiert.

CASTROP

, 18.01.2017, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

In diesem Jahr baut das St. Rochus-Hospital der Katholischen St. Lukas-Gesellschaft fünf neue Operationssäle. Sie lösen die drei alten ab, entstehen in einem Leergeschoss im Neubau zur Parkplatz-Seite hin und kosten 6,2 Millionen Euro. 

„Die Bauanträge laufen“, sagt Clemens Galuschka am Freitag beim Pressegespräch, zu dem auch der neue Ärztliche Direktor Dr. Ralf Kötter extra aus dem Katholischen Krankenhaus Dortmund-West aus Kirchlinde hergekommen ist. Bis Herbst sollen die OPs fertig sein, für den 1. Oktober plant der neue Geschäftsführer den Betriebsstart. Eine Baustelle ist seit Ende vergangener Woche eingerichtet: Ein großer Kran kündet davon, dass an der Klinik in der Altstadt schon wieder gebaut wird.

"Wir brauchen den dazugewonnenen Platz"

Diesmal werde im Gegensatz zum großen Umbau im Herbst 2011 allerdings von außen nicht so viel von den Arbeiten zu sehen sein. Damals entstand der Neubau mit großem Eingangsbereich und neu gestaltetem Parkplatz für rund 12 Millionen Euro. Heute geht es vor allem um einen Innenausbau: 2011 hatte man in den weißen Flachdach-Anbau eine der Etagen als Leergeschoss miterrichtet. Dort werden nun fünf neue Operationssäle eingebaut und ersetzen danach die bisher drei Säle.

 

„Wir brauchen den dazugewonnenen Platz“, erklärt Galuschka. Das hängt mit der neuen Abteilung, der Plastischen Chirurgie, zusammen, die es seit Februar vergangenen Jahres gibt: Hier werden unter der Leitung von Chefarzt Dr. Andrej Ring geschädigte oder verloren gegangene Körpergewebe und -funktionen ersetzt oder wiederhergestellt. Dazu braucht es moderne OP-Säle – mehr als derzeit vorhanden sind.

Zentrum für Fußchirurgie eröffnet

Zum 1. April wird in der Klinik zudem ein Zentrum für Fußchirurgie eröffnen – eine zweite Fachabteilung, die es in der weiteren Umgebung so noch nicht gibt. Dr. Uwe Klapper, zurzeit Chefarzt im Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel, wird diese Klinik als Chefarzt leiten. „Dr. Ring war der Vorreiter für diese chirurgisch-orthopädische Klinik, die ein ebenfalls überregionales Zentrum wird“, erklärt Galuschka.

Beides unterstreiche die neue Strategie der Träger-Gesellschaft: Neben der allgemeinen Versorgung der Bedürfnisse in Castrop-Rauxel müsse man sich heute spezialisieren. „Eigentlich ist Castrop-Rauxel zu klein für zwei Krankenhäuser, die nur die Grundversorgung abdecken“, so Galuschka. Für Krankheiten, die oft aufträten, gewährleiste man den Fortbestand des doppelten Angebotes durch die Spezialisierung auf Versorgungs-Nischen, die dafür überregionale Bedeutung haben.

Ein OP bietet moderne 3D-Technik

Ganz speziell wird der fünfte der neuen OP-Säle: Er wird mit einer 3D-Technik für minimalinvasive Eingriffe ausgestattet. „Das ist unglaublich, was man damit machen kann“, erklärt der neue Ärztliche Direktor Ralf Kötter: Im Josefs-Hospital in Dortmund-Hörde, das ebenfalls zur Lukas-Gesellschaft gehört, gebe es diese Technik seit einiger Zeit.

Bei den Operationen arbeiten die Chirurgen mit sehr kleinen Apparaturen durch einen Schlauch. Sie sehen über eine Kamera. Die neue projiziert ein dreidimensionales Bild in eine 3D-Brille, die der Arzt trägt. Dadurch kann er präziser mit den Instrumenten arbeiten. Das minimiert Behandlungsfehler. Rund ein Drittel aller Operationen werden im Rochus-Hospital heute minimalinvasiv, also ohne größere Schnitte und Wunden beim Patienten, vorgenommen, so Clemens Galuschka. 

 

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  Wir haben Clemens Galuschka mit sechs - zum Teil provokanten - Thesen konfrontiert. Hier die Themen und seine Antworten:

These 1: Es geht nur noch um Profit

 

These 2: Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor stehen ständig im Konflikt

 

These 3: Patienten werden in Deutschland zu früh entlassen

 

These 4: Schwestern und Pfleger haben zu wenig Zeit für ihre Patienten

 

These 5: Das Rochus-Hospital ist schlechter als das Evangelische Krankenhaus

 

These 6: Man kann jedem Castrop-Rauxeler nur wünschen, nicht ins Krankenhaus zu müssen

Wechsel in der Chefetage
Dr. Ralf Kötter hat zum 1. Januar 2017 die Aufgabe als Ärztlicher Direktor der St. Lukas-Gesellschaft von seinem Kollegen Dr. Michael Glaßmeyer übernommen. Kötter ist Chefarzt im Katholischen Krankenhaus Dortmund-West an der Zollernstraße. Die Chefärzte der drei Kliniken der Gesellschaft (Castrop, Kirchlinde, Hörde) wählen alle drei Jahre einen neuen Direktor.

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