Deutlich weniger Fahrrad-Parkplätze am Hauptbahnhof als geplant

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Im Frühjahr 2019 ist die Radstation am Rauxeler Hauptbahnhof ein wichtiges Thema gewesen. Jetzt herrscht bei dem Betreiber der Station Frust - aus verschiedenen Gründen.

Rauxel

, 19.08.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Frühjahr 2019 hing der Himmel zwar nicht gerade voller Geigen, doch in Rauxel war man guten Mutes, beim Thema Radstation und Neunutzung des Hauptbahnhofes eine für alle Seiten befriedigende Lösung hinzukriegen.

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Davon ist heute wohl nicht mal ein laues Lüftchen übrig geblieben. Vor allem bei der Radstation im Übergangs-Domizil an der Victorstraße und der Rebeq als Betreiber machen sich Resignation und Frust breit. Die von der Stadt angekündigte Abstellanlage für Fahrräder lässt auf sich warten.

Die Bahn sagte Nein zu einer Zuwegung über die Bahngleise

Noch im Frühjahr 2019 war man in Rauxel davon ausgegangen, dass die Abstellanlage zügig kommt und die Radstation in das erste Obergeschoss über den beiden Ladenlokalen der Wewole-Stiftung einziehen kann. Seinerzeit hatte es geheißen, dass der Rebeq ein fertiger Mietvertrag vorliege.

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Was genau dann passierte und warum das Tischtuch spätestens seit Sommer 2019 zwischen Wewole und Rebeq als zerschnitten gilt, hängt wohl auch damit zusammen, dass die Bahn Menschen nicht erlauben wollte, über die Gleisanlage die Station zu erreichen.

Stiftung nutzt das erste Obergeschoss jetzt selbst

Mittlerweile jedenfalls nutzt die Stiftung das erste Obergeschoss im ehemaligen Hauptbahnhof intern, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion. Und auch das Gebäude der Sparkasse gegenüber steht nicht als Ausweichquartier zur Verfügung.

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Fakt ist auch, dass der Mietvertrag für den Ausweich-Standort Victorstraße 11 bislang einmal verlängert worden ist. „Er läuft im Januar 2021 aus“, sagt Rebeq-Chef Klaus Uhländer. Und eigentlich sei der Standort an der Victorstraße als Übergang gedacht gewesen.

Kundenzuspruch ist um ein Drittel zurückgegangen

Seit dem Umzug nutze ein Drittel weniger Kunden die Station. Ganz deutlich verringert hat die Stadt auch die Zahl der vorgesehenen Stellplätze. Statt 150 sollen es nun „nur“ noch 80 werden. Warum? „Aufgrund von Erfahrungswerten hinsichtlich der Auslastung in anderen Städten“, sagt Sabine Latterner vom EUV. Und fügt hinzu: „Wir wollen zunächst ermitteln, wie die Auslastung hier in Castrop-Rauxel ist.“

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Gegebenenfalls könne man noch aufzustocken. Die Planungen sähen vor, dass die Fahrradabstellanlage hinter dem Hauptbahnhof errichtet wird, auf der Seite des P & R-Parkplatzes. „Mit der Bewilligung der Fördergelder rechnen wir im April 2021“, sagt Latterner.

Abstellanlage kostet rund 280.000 Euro

Die Abstellanlage kostet rund 280.000 Euro, so nachzulesen im Doppelhaushalt der Stadt für 2020/2021 und vom EUV auch noch mal im letzten EUV-Verwaltungsrat vor der Sommerpause vorgelegt. Gerechnet wird mit rund 143.550 Euro Fördergeldern, den Rest muss die Stadt berappen.

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Für die Rebeq kommt diese Nachricht überraschend. „80 Stellplätze sind bitter wenig“, sagt Klaus Uhländer. Und weiter: „Es wäre schön, wenn wir noch mal mit der Stadt ins Gespräch kämen.“ Und schließlich ein wenig bitter: „Welchen Stellenwert die Radverkehrspolitik einnimmt, misst sich auch an den Stellplätzen.“

Die Radstation jedenfalls, in die immer Menschen eingebunden werden, die sonst wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, wolle sich neue Betätigungsfelder suchen: sich Verkehrsprojekten widmen und Radwege begucken.

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