Die Augenzeugin ist noch immer geschockt

Golfschläger-Attacke

Im Prozess um die folgenschwere Golfschläger-Attacke auf eine Gastronomin (47) aus Habinghorst hat sich am Dienstag eine Nachbarin an die Tatnacht zurückerinnert. Die 70-Jährige hatte die Rettungkräfte alarmiert.

CASTROP-RAUXEL

von Von Werner von Braunschweig

, 18.09.2012, 17:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit diesem Golfschläger schlug der Mann zu.

Mit diesem Golfschläger schlug der Mann zu.

Der Täter und damalige Partner des Opfers, ein 39-jähriger Schweißer, hatte kurz nach dem Golfschläger-Angriff an der Langen Straße bei der Wohnungsnachbarin geklopft. Die 70-Jährige: „Ich habe schon geschlafen, als es plötzlich laut an der Tür hämmerte.“Der Angeklagte, so die Zeugin, sei aufgeregt, hektisch und wild gestikulierend durch den Hausflur gelaufen. Daraufhin habe sie erst einen und später noch einen zweiten Notruf bei der Feuerwehr abgesetzt. Als sie schließlich in die Nachbarwohnung gegangen sei und die blutüberströmte, im Bett liegende Frau entdeckt habe, habe es ihr fast den Boden unter den Füßen weggerissen. „Ich war völlig fertig“, so die 70-Jährige. Sie hatte der fast besinnungslosen Frau dann noch die Hand gehalten und beruhigt: „Der Krankenwagen kommt.“

Der Angeklagte will an die Attacke zwar heute keine echte Erinnerung mehr haben, hat sie aber trotzdem gestanden. Der 39-Jährige war schwer betrunken (2,7 Promille) ins Schlafzimmer gestürmt und hatte mit einem Golfschläger auf das Gesicht der 47-Jährigen eingeschlagen. Zuvor hatte es Streit gegeben. Das Opfer erlitt schwere Trümmerbrüche im Gesicht, ist laut Anklage entstellt und auf einem Auge erblindet. Zusammen mit ihrer Opferanwältin Jessica Grothe (Waltrop) fordert sie vom Täter 70.000 Euro Schmerzensgeld. Ehe die Dortmunder Richter ein Urteil sprechen, soll am 9. Oktober noch ein Mediziner zur Dauerhaftigkeit des Augenlichtverlustes befragt werden.

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