Die Beziehung endet mit Beschimpfungen, Bissen und Schlägen

rnAmtsgericht

Eine Autofahrt soll im April 2018 eskaliert sein. Das Pärchen stritt sich im Auto, hielt an, setzte die Fahrt fort und stritt weiter. Jetzt ist der 42-Jährige angeklagt.

Castrop-Rauxel

, 04.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Dreieinhalb Stunden fuhr der heute 42-Jährige mit der damals 18-Jährigen im April vergangenen Jahres durch die Gegend, unterbrochen von mehreren Stopps und Spaziergängen. Wohl immer dann, wenn es im Auto zu hoch herging, mit Beschimpfungen, Schlägen und Bissen. So lautete die Anklage am Amtsgericht am Freitag auch Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Beleidigung.

Die Vorgeschichte ließ der Angeklagte durch seinen Strafverteidiger erzählen. Demnach hatte der geschiedene Mann erst eine Beziehung mit der Mutter der jungen Frau. Die beiden hätten, so der Anwalt, sogar einen Monat bei seinem Mandanten gewohnt. Vielleicht hat es da gefunkt, denn später, da war das Mädchen 18 Jahre alt, hatten diese beiden eine Beziehung. Bis der Mann für ein Vierteljahr wegen eines Todesfalls in seine Heimat fuhr.

An der Arbeitsstelle abgefangen

Weil er vermutete, dass sie in dieser Zeit einen neuen Freund gefunden habe, habe er Klarheit gewollt und die 18-Jährige am Nachmittag an ihrer Arbeitsstelle abgefangen. Dort startete besagte Autotour.

„Wir haben gestritten, sie hat mich immer mit dem linken Arm geschlagen, auch an den Hals“, schilderte der Angeklagte. Worauf er, wie ein Attest belegt, mit Bissen in den Arm der jungen Frau konterte. Beide legten später Atteste mit ihren Blessuren vor. Und wenn es zu hoch hergegangen sei, habe er angehalten, habe versucht, bei einem Spaziergang die Wogen zu glätten.

Letzter Stopp am Supermarkt

Der letzte Stopp war an einem Netto-Supermarkt. Der Angeklagte wollte, so die Aussage, dort Getränke kaufen. Die 18-Jährige nutzte die Gelegenheit, den Wagen ebenfalls zu verlassen und in das Geschäft zu gehen. „Sie packte mich plötzlich am Arm, weinte schrecklich und bat um Hilfe“, schilderte eine 27-jährige Zeugin, eine Bekannte der Familie, die zufällig in der Kassenschlange stand.

Sie habe dann gesehen, dass der Angeklagte an ihnen vorbei zum Parkplatz geeilt sei. Das aufgelöste junge Mädchen habe gesagt, dass er Sachen von ihr habe, die sie zurückwollte. Sie versprach, die Bekannte nach Hause zu bringen, und als ihnen auf dem Weg der 42-Jährige entgegenkam, hätten beide Autos angehalten, er habe ihr Schlüssel und Handy – völlig demoliert – aus dem Autofenster gereicht.

Zeugin nicht erschienen – Prozess wird fortgesetzt

Zu all dem konnte die junge Frau nicht angehört werden, war nicht zum Termin erschienen. Auf telefonische Nachfrage erfuhr der Richter direkt vor Verhandlungsbeginn, dass die Ladung nicht angekommen war. Denn die Geschädigte ist mittlerweile umgezogen, hat Castrop-Rauxel verlassen. Deshalb wurde ein Fortsetzungstermin festgesetzt. In zwei Wochen wird die Verhandlung wieder aufgenommen, um die Hauptzeugin anzuhören, bevor ein Urteil fällt.

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