Die Castrop-Rauxel-App kommt noch dieses Jahr

Mängel bei der Stadt melden

Ein Schlagloch in der Straße? Müllhaufen am Wegesrand? Eine App soll in Castrop-Rauxel künftig helfen, solche Mängel schneller zu beseitigen. Sie soll generell die Kommunikation zwischen Bürgern und der Stadt vereinfachen. Bürgermeister Rajko Kravanja hat die Idee jetzt im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt.

CASTROP-RAUXEL

, 17.03.2016, 14:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Castrop-Rauxel-App“, so der Arbeitstitel, soll im ersten Halbjahr 2016 entwickelt werden. Noch dieses Jahr soll sie an den Start gehen und folgende Möglichkeiten bieten:

  • Zugriff auf die wichtigsten Informationen der städtischen Webseite und des Bürgerservices (Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Termine, Amtsblatt, Termine Umweltbrummi etc.)
  • Die Nutzer der App können von der Stadt über sogenannte Push-Meldungen (Meldungen, die mit einem Signalton direkt auf der Smartphone-Oberfläche angezeigt werden) auf Gefahren hingewiesen werden - etwa Extremwetter, Großschadensereignisse und Straßensperrungen.
  • Bürger sollen per App Mängel melden können - zum Beispiel wilde Müllkippen und Straßenschäden. Die Meldungen sollen bei der Stadt an zentraler Stelle einlaufen und ein einfacheres, schnelleres und vom Bürger nachvollziehbares Abarbeiten solcher Meldungen gewährleisten.

Was ist eine App?
Eine App (Kurzform für Applikation) ist ein Miniprogramm, das auf den modernen Smartphones unter einem Symbol auf der Benutzeroberfläche installiert werden kann und so den unmittelbaren Zugriff auf seine Funktionen ermöglicht.

Gelsenkirchen als Vorbild

Die Idee der App stieß bei den Politikern auf bereite Zustimmung, zumal in anderen Orten schon sehr positive Erfahrungen mit ähnlichen Ideen gemacht worden sind. Manfred Postel (FWI) etwa verwies auf die App „GEmeldet“, die in der Stadt Gelsenkirchen schon seit einiger Zeit sehr erfolgreich in Benutzung sei.

Wie der städtische IT-Experte Benjamin Matzmoor sagte, soll die Castrop-Rauxeler App über noch mehr Funktionalitäten als das Gelsenkirchener Vorbild verfügen. Die Entwicklungskosten für die App bezifferte er für die Stadt übrigens mit unter 20.000 Euro. Das sei im Vergleich sehr preiswert, sagte Kravanja.

App soll große Reichweite haben

Ob die App denn viele Menschen erreiche oder nur etwas für junge Leute sei, wollte Ingo Boxhammer (Linke) wissen. Da wurde er von allen Seiten beruhigt. Denn die Anzahl der Smartphone-Nutzer, so das Statistische Bundesamt, lag Mitte 2015 in Deutschland bei 46 Millionen Menschen.

Außerdem, und das erklärte Rajko Kravanja, werde die App nicht die bekannten und bisher genutzten Informationswege ersetzen: „Jeder Bürger kann immer noch im Rathaus vorbeikommen, hier anrufen, uns eine Mail oder einen Brief schicken. Die App kommt hinzu, ist ein zusätzliches Angebot.“

Ein Test: Wie schnell reagiert die Stadt?

Wie so etwas im Idealfall auch jetzt bereits laufen kann, hat ein Test unserer Redaktion gezeigt: An den EUV haben wir eine fast wortlose E-Mail-Nachricht mit angehängtem Foto von einem riesigen Schlagloch in der Schillerstraße in Höhe des Hauses Nummer 10. Zu dem Zeitpunkt sah die Straße so aus:

 

Die E-Mail ging exakt um 11.19 Uhr bei uns raus. Bei unserer Kontrollfahrt um 14 Uhr war bereits alles erledigt. Und das sah dann so aus:

 

Lesen Sie jetzt