Ein altes Bild vom Lambertusplatz. Wie viel Fläche ist eigentlich bebaut? © Hans Blossey (Archiv)
Meinung

Die EUV-Befragung nervt, aber sie ist leider notwendig

Mit diesem Schreiben des EUV können viele Castrop-Rauxeler nichts anfangen. Doch unser Autor findet: Dass der Stadtbetrieb wissen will, wie weit Grundstücke bebaut sind, ist unumgänglich.

Ja, auch ich habe das mehrseitige Schreiben des EUV bekommen. Und ja, auch ich konnte damit nicht sofort etwas anfangen. Mit scheinbar merkwürdigen Zeichnungen, die sich mir mithilfe einer Legende als die Teile meines Grundstücks darstellen, auf denen Regenwasser nicht direkt in die Erde gelangt: der Weg zum Haus, das Dach, die Garage, die Terrasse.

Und nun soll ich auch noch angeben, ob die Zahlen stimmen, die seit Jahren dem EUV vorliegen. Ganz problemlos ist das nicht. Ich weiß schlicht nicht, wie viele Quadratmeter Grundstück mein Hausdach bedeckt. Und ganz grundsätzlich: Wer bekommt schon gerne offizielle Post, die er auch noch beantworten muss? Beantworten muss, weil die Stadt bzw. der EUV den Angaben der Bürger offenbar misstraut.

Insofern kann ich den Ärger oder zumindest Unruhe der Menschen verstehen, die nun teils sogar beginnen, ihre Grundstücke nachzumessen.

Ich vertraue in dieser Angelegenheit dem EUV

Und doch: In dieser Angelegenheit vertraue ich a) dem EUV, dass die von ihm berechneten Zahlen stimmen werden. Und ich kann b) das Misstrauen des Betriebs auch verstehen.

Denn wenn wir uns ganz ehrlich machen: Würde jeder von uns der Stadt melden, wenn er auf seinem Grundstück zusätzliche Fläche versiegeln würde? Weil er plötzlich doch den langersehnten Schuppen baut oder den Weg von der Terrasse in den Garten verbreitert. Ich fürchte Nein. Und zwar aus ganz menschlichen Erwägungen: Man denkt schlicht nicht dran. Müsste es aber, weil sich danach nun mal die Gebühren fürs Niederschlagswasser bemessen.

Also, liebe Mitbürger: Natürlich ist es wichtig, die Angaben zu prüfen und die Luftbilder des EUV mit der Realität zu vergleichen. Und wenn es Fehler gibt, muss man den EUV drauf hinweisen. Aber das Schreiben als solches sollten wir akzeptieren.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Fühlt sich in Castrop-Rauxel und im Dortmunder Westen gleichermaßen zu Hause. Mag Politik, mag Kultur, mag Sport, respektiert die Wirtschaft und schreibt zur Not über alles, was anfällt.
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Matthias Langrock

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