Die fünf Gewinner der Kommunalwahl in Castrop-Rauxel

rnKommunalwahl 2020

Jeder Wahlabend hat Verlierer und Gewinner. Einige Castrop-Rauxeler durften am 13. September 2020 besonders feiern. Das sind die fünf größten Gewinner.

Castrop-Rauxel

, 14.09.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kommunalwahl ist ausgezählt, der neue Stadtrat steht fest, in die Bürgermeister-Stichwahl geht der Amtsinhaber mit 24 Prozentpunkten Vorsprung. Gewinner und Verlierer sind gekürt. Aber wer steht nun auf welcher Seite? Es gibt fünf Gewinner.

Rajko Kravanja: Sein Tipp für sein eigenes Ergebnis waren 46 bis 47 Prozent. Er holte aber annähernd 50 Prozent der Stimmen. Nur ein paar Stimmen fehlten, dann hätte der Neu-Becklemer sich sogar einen zweiten Wahlgang ersparen können. Der amtierende Bürgermeister hatte den Amtsbonus, den Krisenmanager-Bonus vielleicht sogar, und hat ihn gegen die anderen vier Männer souverän ausgespielt. Damit überbot er auch das gute Ergebnis der SPD für die Ratswahl (38,9 Prozent) deutlich.

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Die Grünen: Sie waren die Sieger im Land, sie haben sich auch in Castrop-Rauxel bei den Stimmen fast verdoppelt und sind mit acht Sitzen statt vormals vier nun eine echte Macht im neuen Stadtrat. Ob sie das nutzen zu einem festen Pakt mit der SPD, eine starke Opposition sein wollen oder das Spiel mit den wechselnden Mehrheiten mit eigenen Facetten bereichern werden, ist offen. Es gibt viele Kritiker, die eine Antwort auf eine zentrale Frage fordern: Wie soll man eine Stadt entwickeln, ohne Grünflächen zu Wohnbauland oder Gewerbegebiet zu machen? Die Grünen können ihre Antwort darauf im Rat geben und auch zeigen, ob sie verhindern oder gestalten möchten.

Die Jugend: Der Stadtrat wird jünger. Etablierte Kräfte der älteren Generation wie Marlies Graeber oder Anne Steinbock scheiden aus. Dafür rücken Leute wie Jonas Ehm (23), Fabian Abitz (25), Demis Theodorakis (27), Daniel Djan (33), Lilli Meister (20) oder Timo Eismann (19) in den Ratssaal ein. Wie hoch ihr Redeanteil wird, wie groß ihr Einfluss bei Entscheidungen auf Fraktionsebene, wird sich zeigen. Dass sie vor Menschen reden können, hat zum Beispiel das Grünen-Duo Eismann/Meister bei so mancher „Fridays for Future“-Demo schon bewiesen. Über den frischen Wind freut sich sogar eine Frau aus einer anderen Fraktion: Annette Korte (FWI) erwähnte das am Wahlabend explizit.

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Die Partei: Glückwunsch zum Einstieg ins Stadt-Parlament! Dabei muss man das, was „Die Partei“ so sagt und tut, in Teilen noch zu verstehen lernen. Der Grat zwischen Satire und Ernsthaftigkeit ist schmal. Meistens fallen die Statements in die Spaß-Ecke. Mal abwarten, wie das beim Anfragen- und Antrags-Verhalten der „Partei“-Politiker im Rat so wird.

Die Vielfalt: Nicht sieben, sondern acht Parteien sind nun im Stadtrat. Dabei ist die Stimmen- und Sitzverteilung nach unten ausgeglichen: Fünf Fraktionen mit je zwei Sitzen, da darf man sich schon auf die Abstimmungen freuen. Und schön auch: Es gingen keine Stimmen zur Ratswahl verloren. Alle antretenden Parteien sind auch hereingekommen.

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