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Die Herkunft des gefälschten 500-Euro-Scheins kann nicht geklärt werden

Falschgeld

Die Blüte trug die Farbe Lila und die Zahl 500. Der größte Euro-Geldschein, der im Umlauf ist. Ein 33-jähriger Gebäudereiniger zahlte mit dem Falschgeld - doch woher kam es überhaupt?

Castrop-Rauxel

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Die Herkunft des gefälschten 500-Euro-Scheins kann nicht geklärt werden

Ein 33-jähriger Gebäudereiniger soll einen Gebrauchtwagen mit einem gefälschten 500-Euro-Schein angezahlt haben. © picture alliance/dpa

Ganze sechs Verhandlungstage hat das Falschgeld Strafrichter, Staatsanwaltschaft und Verteidiger beschäftigt. Sechs Mal saß auch der 33-jährige Gebäudereiniger auf der Anklagebank. Und konnte endlich aufatmen.

Ihm war vorgeworfen worden, bei einem Gebrauchtwagenhändler sein Traumauto, einen dunkelblauen 3-er Audi mit einem falschen Fünfhunderter angezahlt zu haben. Doch das war trotz aller Akribie nicht nachzuweisen. Im Gegenteil taten sich, je mehr Zeugen angehört wurden, andere mögliche Hergänge auf. „Es ist fraglich, wo der Schein in den Geldkreislauf gelangt ist“, befand die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer.

Den Wohnwagen verkauft, um das Traumauto kaufen zu können

Der Angeklagte hatte im Herbst 2017 einen Wohnwagen verkauft, um sein Traumauto erstehen zu können. Die Käufer zahlten mit 14 Fünfhunderten. Frisch von der Hausbank geholt, beteuerte das sichtlich aufgeregte ältere Ehepaar im Zeugenstand.

Einen Schein davon hatte der 33-Jährige beim Gebrauchtwagenhändler als Anzahlung eingesetzt. Gleich drei Personen, ein Vater und seine beiden Söhne, hatten die Anzahlung dann in Händen, angeblich die einzige Einnahme an jenem Tag.

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Als sein Sohn ihm den Schein abends übergab, habe er gleich den Verdacht gehegt, dass er falsch sei, sagte der Zeuge. Deshalb sei er zur Bank gegangen, um ihn überprüfen zu lassen.

Doch die Bankangestellte hat das anders protokolliert. „Der Kunde wollte einen sauberen Schein, der Fünfhunderter war sehr schmutzig“, berichtete sie. Die obligatorische Prüfung habe ihn dann als falsch erkannt. Weitere Nachprüfungen bestätigten das. Der Gebrauchtwagenhändler, der sein Geschäft übrigens inzwischen aufgegeben hat, erstattete Anzeige.

Woher stammt der schmutzige Schein?

Der schmutzige Schein löste neue Fragen aus, denn der Angeklagte beteuerte, keiner der 14 Scheine – die übrigen 13 waren bei Überprüfung echt – sei schmutzig gewesen.

Woher stammte der Schein? Gab es beim Autohändler vielleicht doch mehrere Scheine? Der Richter gab zudem zu bedenken, dass jemand, der Falschgeld einsetzt, dies eher anonym tue. Wie die Pizzakäufer, die auffielen, als sie ihr Fast Food mit gefälschten Hunderten zahlten und echtes Wechselgeld kassierten (wir berichteten). Für den Angeklagten hieß das nach dem Verhandlungsmarathon: Freispruch.

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