"Die sind bestimmt wieder vergiftet worden"

Zwei tote Schwäne am Schiffshebewerk

Spaziergänger riefen Freitag die Feuerwehr zu zwei bewegungslosen Schwänen am Oberwasser nahe des Schiffshebewerks. Ein Tier konnten die Retter nur tot bergen. Der andere Schwan musste kurz darauf in einer Tierarztpraxis eingeschläfert werden. Die Todesursache ist dubios.

CASTROP-RAUXEL

von Till Meyer

, 19.02.2018, 15:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diesen toten Schwan fotografierte Klaus Dietle am Oberwasser des Hebewerks am Freitag. Die Feuerwehr war später auch vor Ort.

Diesen toten Schwan fotografierte Klaus Dietle am Oberwasser des Hebewerks am Freitag. Die Feuerwehr war später auch vor Ort. © Klaus Dietle

Die Feuerwehr Waltrop rückte Freitagnachmittag aus, um einen toten und einen stark geschwächten Schwan am Oberwasser am Schiffshebewerk zu bergen. Das bestätigt Feuerwehrsprecher Jochen Möcklinghoff. Das geschwächte Tier, das auf einem Steg lag, wurde umgehend zu Tierärztin Monika Weber in Waltrop gebracht worden. Dort sei das Tier dann nach einer eingehenden Untersuchung eingeschläfert worden. Über die Hintergründe der Todesursachen wollte Weber auf Nachfrage keine Auskunft geben. Sie berief sich auf die ärztliche Schweigepflicht, die eben auch für Tierärzte gelte.

Rein äußerlich sei den Tieren nichts anzusehen gewesen, teilt Möcklinghoff mit. Damit scheidet ein Tod durch Revierkampf aus. Denn dabei komme es mitunter zu tödlichen Verletzungen, sagt Franz Rüping. Er kümmert sich seit geraumer Zeit um die Schwäne am Ober- und Unterwasser des Schiffshebewerkes und hat mit ihnen schon vieles erlebt. "Es kam schon vor, dass Leute die Eier der Tiere einfach ins Wasser geworfen haben", so Rüping. Er hat jedenfalls keine Erklärung für den plötzlichen Tod der Tiere. "Ich war am Freitag um 15 Uhr noch vor Ort. Da ging es den Tieren gut", berichtet Rüping. Er habe sich aber schon am Sonntag gewundert, als er die Tiere nicht mehr gesehen habe.

Nach den getroffenen Aussagen der Befragten bleibt am Freitag also ein Zeitfenster von zwei Stunden, zwischen 15 und 17 Uhr, in denen den Tieren irgendetwas widerfahren sein muss. Die Hintergründe lassen sich jedoch nicht klären. So sagt Feuerwehrsprecher Möcklinghoff: "Ob die Tiere jetzt etwas Falsches gefressen haben oder ihnen etwas anderes passiert ist, lässt sich nicht sagen. Das ist alles spekulativ." Aus Sicht der Feuerwehr Waltrop sind es zwei traurige Einzelschicksale, denn eine nach der Bergung der Tiere durchgeführte Gewässersichtung der Einsatzkräfte habe keinerlei Auffälligkeiten ergeben. "Es gab weder weitere tote Tiere, noch schwamm Öl auf der Wasseroberfläche", so Möcklinghoff.

Klaus Dietle, der am späten Freitagnachmittag ebenfalls privat vor Ort war, hat dahingegen eine böse Vermutung. "Sie sind bestimmt wieder vergiftet worden. Einen ähnlichen Fall gab es ja mal vor einigen Jahren an dieser Stelle", sagt er. Eine Vermutung, die nicht ausgeschlossen werden kann, aber von keiner offiziellen Seite bestätigt wird. Fakt ist nur: Die zwei toten Schwäne, die jeweils einen Ring der Vogelschutzwarte Helgoland trugen, werden nun an eine Tierkörperbeseitigungsanstalt (TBA) überstellt.

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