Die Tafel in Castrop-Rauxel blickt wegen Corona mit Sorge in die Zukunft

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Der Vorsitzende der Tafeln in Deutschland spricht wegen der Corona-Pandemie von einer „neuen Form der Not“. Auch bei der Castrop-Rauxeler Tafel blickt man mit Sorge in die Zukunft.

Castrop-Rauxel

, 14.08.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie rechnet der Vorsitzende der Tafeln in Deutschland in den kommenden Wochen und Monaten mit deutlich mehr Kunden. Anfang August sprach er von einer „neuen Form der Not“, die man bei den Tafeln in den vergangenen Wochen erlebt habe.

Auch in Castrop-Rauxel macht man sich Sorgen. „Es wird bestimmt kommen, dass mehr Menschen auf das Angebot der Tafel zurückgreifen müssen“, befürchtet Nina Diring. Die 55-Jährige arbeitet für die Caritas und koordiniert die Arbeit der Castrop-Rauxeler Tafel.

Wesentlicher Anstieg noch nicht wahrnehmbar

Einen wesentlichen Anstieg könne sie allerdings noch nicht wahrnehmen, sagt die 55-Jährige. Zwar sei die Zahl der Kunden leicht gestiegen, ob das aber auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sei, könne sie nicht sagen. Ein Anstieg sei in den Sommermonaten normal.

Sozialverbände und Organisationen in Deutschland befürchten, dass Menschen wegen Kurzarbeit oder Jobverlust in die Armut abrutschen und auf Sozialhilfen angewiesen sein werden. „Wir haben noch keinen Menschen ohne Essenspaket weggeschickt“, sagt Diring.

Dass es während der Pandemie weniger Spenden gegeben habe, habe sie nicht festgestellt. „Wir haben gute Partner in Castrop-Rauxel, die uns zuverlässig unterstützt haben und das weiterhin tun“, sagt Diring. In der Castrop-Rauxeler Tafel läuft aktuell der Notbetrieb und wird wohl auch noch einige Zeit aufrecht erhalten. Wie lange genau, könne man nicht sagen.

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Ehrenamtliche Helfer sind die Stützen der Tafeln

Notbetrieb bedeutet, dass die regulären Ausgabestellen geschlossen sind. Die Tafel versorgt ihre Kunden aber weiter – aus dem Auto heraus. Im Begegnungsraum am Lambertusplatz werden die Tüten mit Lebensmitteln zentral gepackt.

Tafelmitarbeiter verteilen sie dann vor den geschlossenen Ausgabestellen aus dem Auto heraus. Nur so kann die Tafel auffangen, dass ihr aktuell der Großteil der ehrenamtlichen Helfer fehlt. Viele von ihnen sind schon älter und gehören zur Risikogruppe.

Mitarbeiter der Tafel stellen Lebensmittelpakete für Bedürftige zusammen und liefern sie dann in Autos aus.

Mitarbeiter der Tafel stellen Lebensmittelpakete für Bedürftige zusammen und liefern sie dann in Autos aus. © Tafel

Normalerweise engagieren sich bei der Tafel, der Suppenküche und der Kleiderkammer fast 100 Ehrenamtliche, schätzt Diring. Momentan gebe es bei der Tafel noch 6 Helfer. 10 weitere machen Hauslieferungen.

Die Tafeln finanzieren sich neben Spenden über symbolische Beträge, die bedürftige Menschen für die Lebensmittel zahlen. Die meiste Arbeit leisten ehrenamtliche Helfer. Diring macht sich Sorgen, dass vielleicht nicht mehr so viele Ehrenamtliche kommen, wenn das mit Corona irgendwann vorbei sein sollte. „Viele fragen allerdings auch nach, wie der Stand ist und würden eigentlich wieder gerne helfen“, sagt Diring.

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