Die Verkehrswacht steht vor dem Aus

CASTROP-RAUXELIst dies das Ende der Verkehrswacht? Kein Nachwuchs, keine Zusammenarbeit mehr mit der Polizei. Die Zukunft der Verkehrswacht sieht düster aus.

von Von Daniel Sczekalla

, 08.03.2009, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als am Freitagabend bei der Mitgliederversammlung in der Kleingartenanlage Habinghorst Geschäftsführer Manfred Schulz den Antrag zur Auflösung des Vereins stellte, herrschte zunächst bedrücktes Schweigen im Raum. Soll so die lange Geschichte des Vereins, der bereits so viel in Castrop-Rauxel geleistet hat, zu Ende gehen? "Wir haben viele Ideen, aber wir haben nicht mehr die Möglichkeit, diese umzusetzen", erklärte der langjährige erste Vorsitzende Manfred Krajewski. An zwei elementaren Dingen fehle es dem Verein: Zum einen am Nachwuchs. "Viele junge Leute haben heute einfach nicht mehr die Zeit und das Interesse, sich freiwillig zu engagieren", hieß es auf der Mitgliederversammlung.

Partner verloren

Das größere Problem jedoch sei der Wegfall des jahrzehntelangen Partners. Dieser sei, wie es im Jahresbericht 2008 des Vereins heißt, "nicht mehr zur aktiven Zusammenarbeit bereit". Gemeint ist die Polizei des Kreises Recklinghausen. Doch gerade durch deren Mitarbeit seien die zahlreichen Aktionen der Verkehrswacht Castrop-Rauxel überhaupt erst möglich gewesen.

Verkehrserziehung

Nachdem Polizeibeamte wie Manfred Krajewski, die sich jahrelang um die Zusammenarbeit bemüht haben, in Ruhestand gegangen sind, fehle es dem Verein an aktiven Partnern. Und das, wo doch die Verkehrswacht seit der Gründung im Jahre 1953 mit zahlreichen Schulungsmaßnahmen, zur Reduzierung von Verkehrsunfällen sicherlich beigetragen hat.

Von all dem soll nun nichts mehr übrig bleiben. Im letzten Jahr wurden bereits etliche Standardprogramme der Verkehrswacht, wie die Jugendverkehrsschule oder die Mofakurse, eingestellt. Das Inventar wurde der Stadt übergeben, Garagen gekündigt und selbst das Verkehrs-übungsmobil verkauft.

Die Frage ist also, wie es weitergehen soll. Würde sich die Verkehrswacht auflösen, würden sämtliche verbliebenen Mittel an die Deutsche Verkehrswacht in Düsseldorf übergeben. Eine andere Möglichkeit ist die Fusion mit der Verkehrswacht Recklinghausen. Dadurch könnten vielleicht zumindest die Materialien für die Radfahrprüfungen der vierten Klasse weiterhin gesichert werden.

Fusion prüfen

Diese Möglichkeit möchte der Vorstand nun weiter prüfen und sich dann erneut mit den Mitgliedern zur Abstimmung treffen. Sollte es jedoch zu einer Fusion kommen, so Manfred Krajewski, würde er sich nicht mehr als Vorstand wählen lassen.

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