Die Volksbank reduziert in Castrop-Rauxel die Zahl der Standorte

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Nicht nur Zweigstellen stehen bei der Volksbank in Castrop-Rauxel zur Disposition, auch SB-Standorte. Das hat auch Sicherheitsgründe, so heißt es. Eine der SB-Stellen wird jetzt aufgegeben.

Castrop-Rauxel

, 16.09.2020, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Banken- und Sparkassenlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Fusionen sind an der Tagesordnung, Niedrigstzinsen erschweren das Geschäft, das Online-Banking schreitet voran.

Damit ist zuletzt auch das Filialnetz nach und nach weiter ausgedünnt worden. Das gilt sowohl für die Großbanken als auch für die Volksbanken und Sparkassen in Castrop-Rauxel und der Region.

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Jetzt geht die Volksbank Waltrop, die gerade mit der Dortmunder Volksbank im Fusionsprozess ist, einen Schritt weiter: Wie an der ehemaligen Zweigstelle an der Langen Straße 109 in Habinghorst zu lesen ist, wird die Bank sogar ihre SB-Stelle, die dort noch übrig geblieben ist, zum 30. September schließen.

„Ja, diesen Schritt gehen wir“, bestätigte Ludger Suttmeyer, früher Vorstand der eigenständigen Volksbank, jetzt Generalbevollmächtigter in der fusionierten Bank.

Man habe das Gebäude an der Langen Straße 2015 verkauft und sei seitdem dort nur noch Mieter. „Jetzt hat man uns den Mietvertrag nicht verlängert. Darum schließen wir dort“, so der Volksbank-Mann.

Im Gebäude an der Langen Straße 109 ist die Volksbank seit 2015 nur noch Mieter. Am 30. September ist auch damit Schluss.

Im Gebäude an der Langen Straße 109 ist die Volksbank seit 2015 nur noch Mieter. Am 30. September ist auch damit Schluss. © Nora Varga

Man sei sich darüber bewusst, dass es in Habinghorst Kunden geben werde, die die Aufgabe der SB-Stelle nicht verstehen werden, „die sagen, dass man doch wenigstens einen Geldautomaten erhalten muss“, weiß Suttmeyer. Aber die Nutzerzahlen sprächen nicht dafür, einen Alternativstandort in Habinghorst zu suchen.

Die Schließung in Habinghorst ist aber auch nicht der letzte Schritt im Rückzug aus der Fläche. „Wir haben den Vertretern und auch den Mitgliedern seit Jahren gesagt, dass wir uns eines Tages auf nur eine Bankstelle je Stadt beschränken müssen“, so Suttmeyer gegenüber unserer Redaktion.

In Datteln sei das bereits länger der Fall, auch in Erkenschwick sei man bereits so weit. Und in Castrop-Rauxel werde man eines Tages auch dazu kommen müssen, nur noch in Henrichenburg und in Castrop vertreten zu sein. Noch gebe es zusätzlich eine Filiale und eine SB-Stelle in Ickern. „Spätestens im kommenden Jahr werden wir einen der Standorte in Ickern aber auch aufgeben“, so Suttmeyer. Und irgendwann dann Ickern komplett.

Sicherheitsaspekte gewinnen an Bedeutung

Das Geschäft sei viel enger geworden, man sehe, dass immer mehr Menschen nur Geschäfte nur noch online tätigten und das Zahlen mit Karte inzwischen auch immens zugenommen habe. Und so mache man sich in ständigen Analyse-Gesprächen auch Gedanken über die SB- und Geldautomaten-Standorte.

„Das ist übrigens auch eine Sicherheitsfrage“, führt der Volksbank-Vertreter aus. Bisher sei man im Gebiet der ehemaligen Volksbank Waltrop zum Glück von Geldautomaten-Sprengungen verschont geblieben. „Aber das muss nicht so bleiben“, so Suttmeyer. Dazu gebe es massive Warnungen der Polizei. Und so sei man auch bei Geldautomaten-Standorten immer im Abwägungsprozess zwischen Kunden- und Sicherheitsinteressen.

Ludger Suttmeyer ist Generalbevollmächtigter bei der fusionierten Volksbank Dortmund und Waltrop.

Ludger Suttmeyer ist Generalbevollmächtigter bei der fusionierten Volksbank Dortmund und Waltrop. © Volksbank

Da mittlerweile in einem schwierigen Marktumfeld auch noch Bilanzfragen hinzu kämen, müsse man Geldautomaten-Standorte eben genauestens überdenken. Und so wird man sich eben auch in Ickern 2021 von dem Standort am Edeka verabschieden oder sogar die Zweigstelle an der Ickerner Straße schließen.

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Erhalten bleiben sollen auf Dauer in jedem Fall die Volksbank in Henrichenburg und die am Biesenkamp. Zudem habe man noch die SB-Standorte am Berliner Platz in Rauxel und an der Dortmunder Straße auf Schwerin sowie einen Geldautomaten im Einkaufszentrum Widumer Platz.

Ob das perspektivisch auch in fünf Jahren noch so sei, darauf wollte sich Ludger Suttmeyer aber auch nicht festlegen.

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