Diebesgut: Vom Schwangerschaftstest über den Rollbraten bis zu 15 Tonnen Spundbohlen

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Ein gestohlener Sattelauflieger fällt nicht unter die Kategorie Kleinzeug. Der Diebstahl am 14. Dezember war aber nicht der einzige außergewöhnliche Diebstahl in Castrop-Rauxel im Jahr 2019.

Castrop-Rauxel

, 20.12.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Einen 20.000-Euro-Sattelauflieger haben Diebe am Westring mitgehen lassen. Im Jahr 2019 hat es aber noch weitere bemerkenswerte, kuriose, tragische und große Diebstähle gegeben:

Durstiger Kunde:
Eine Flasche Mariacron für 6,99 Euro beschäftigte jüngst den Strafrichter am Amtsgericht gleich an zwei Verhandlungstagen. Mit knapp 7 Euro als Diebstahl geringwertiger Sachen eingestuft und eigentlich eine Lappalie, wog das Delikt für den Angeklagten indes schwer. Die Flasche Weinbrand entdeckte der Ladendetektiv des Supermarktes am Rande der Altstadt im Rucksack des Angeklagten.

Stammkunde: Ein dreister Benzin-Klau hatte im Sommer die Aral-Tankstelle an der Wittener Straße in Atem gehalten. Der Mann war mit einem Motorroller wie ein alter Bekannter immer wieder zu der Tankstelle gekommen, hatte einen großen Kanister mit Sprit gefüllt und sich dann vom Acker gemacht, ohne zu bezahlen. Einmal konnte ihn eine Angestellte fast festhalten, doch der Mann konnte sich doch noch losreißen und davon fahren.

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Schwangerschaftstest: Eine 27-jährige Hausfrau und Mutter war dabei erwischt worden, als sie einen Schwangerschaftstest – Wert 5,45 Euro – in der Hosentasche verschwinden ließ und durch die Kasse mogelte. Eigentlich eine Lappalie. Doch die Frau war in drei Gerichtsverhandlungen schon zu Haftstrafen verurteilt worden, die allesamt zur Bewährung ausgesetzt wurden. Dumm gelaufen.

Tresor gestohlen: Vor dem Bochumer Landgericht läuft immer noch ein Verfahren gegen eine Bande, die gezielt in Pfarrhäuser eingedrungen ist. So auch am Sonntag, 15. Juli 2018. Da hatte das Täter-Trio laut Anklage auch im Pfarrhaus der Henrichenburger St. Lambertus-Gemeinde zugeschlagen – und dabei einen kompletten Tresor mit Kirchenbüchern und Schlüsseln aus der Wandverankerung gehebelt.

Tragisches Ende: In Henrichenburg nahm Anfang 2019 ein Ladendiebstahl ein dramatisches Ende. Drei Männer hatten versucht, aus der Aldi-Filiale an der Lambertstraße in Henrichenburg unbemerkt Zigaretten mitgehen zu lassen. Dabei wurden sie allerdings von einen Ladendetektiv beobachtet. Als dieser die Diebe stellen wollte, seien die drei Männer aus der Filiale gerannt und hätten versucht, zu Fuß zu flüchten. Dann kam es zum tragischen Ende: Auf der Straße war einer der Diebe, ein 41-jähriger Mann, plötzlich zusammengebrochen und letztlich noch vor Ort gestorben.

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Monster-Diebstahl: Auf ein Baustellengelände an der Habinghorster Straße drangen unbekannte Täter an einem Märzwochenende ein. Die Täter waren auf das Gelände gelangt, nachdem sie die Stahlkette des gesicherten Zugangs durchtrennten. Vom Gelände stahlen sie etwa 45 Spundbohlen und zwei Metallbauverschläge. Für die Verladung des Diebesguts nutzten die Täter einen Minibagger, der auf dem Gelände stand. Da das Diebesgut 15 bis 18 Tonnen wiegt, dürfte es mit einem Tieflader abtransportiert worden sein.

Teurer Rollbraten: Ein 43-Jähriger war im Juni 2018 in den Rewe-Supermarkt an der Recklinghauser Straße gegangen und hatte zu einem Rollbraten gegriffen, der mit einem Preis von 10,12 Euro ausgezeichnet war. Anstatt das Fleisch zur Kasse zu tragen, verbarg er es unter der Kleidung, was der Ladenleitung aber nicht verborgen blieb. Der Mann landete vor Gericht, den 10-Euro-Rollbraten musste er mit 90 Tagessätzen zu 10 Euro teuer bezahlen.

Zig Meter Kupferabdeckung haben Diebe am Kindergarten der Herz-Jesu-Gemeinde in Rauxel gestohlen.

Zig Meter Kupferabdeckung haben Diebe am Kindergarten der Herz-Jesu-Gemeinde in Rauxel gestohlen. © Thomas Schroeter

Viel Zeit gelassen: Jede Menge Kupferabdeckung haben Einbrecher im Mai 2019 am Kindergarten der Herz-Jesu-Gemeinde gestohlen. Der Fall blieb zunächst sogar unentdeckt, erst Gärtner entdeckten die Tat. Die Einbrecher müssen sich richtig Zeit genommen haben und auch ein größeres Fahrzeug dabei gehabt haben. Rings um den gesamten Kindergartenbau ist die komplette Kupferabdeckung abmontiert, abgerissen oder sonstwie entfernt worden. Der Kupferpreis lag im Mai bei immerhin 4,49 pro Kilo.

Gartenmöbel: Anfang März haben sich Einbrecher bereits auf die Sommersaison vorbereitet. Nachts stahlen die unbekannten Täter an der Siemensstraße mehrere Gartenstühle und -liegen. Die standen vor einem Geschäft und waren mit einem Schlaufenseil gesichert. Die Täter hatten das Seil durchtrennt und die Stühle und Liegen dann mitgenommen. Offenbar hatten sie später noch Nachrüstbedarf: Im Juni wurde wieder an der Siemensstraße zugeschlagen. Die Unbekannten hatten Sicherungen durchgeschnitten und einen Stuhl, einen Balkontisch und einen Beistellwagen mitgenommen.

Genügsame Täter: Unbekannte Täter brachen im September auf den Straßen Hombrink, Lange Straße, Am Kärling, In der Wanne und der Ohmstraße insgesamt sieben Altkleidercontainer auf. Die Täter stahlen Altkleider. Die Menge ist nicht bekannt.

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Kleinvieh macht auch Mist: Anfang Juni brach ein unbekannter Täter zwei Kellerräume in einem Mehrfamilienhaus an der Erfurter Straße auf. Entwendet wurden die Vorhängeschlösser der beiden Kellerräume und Pfandflaschen.

Passende Schuhgröße? Ende Januar wurde in eine Wohnung auf der Briloner Straße eingebrochen. Als Diebesgut gab die Polizei damals fünf Paar Schuhe (!) an. Wie die Einbrecher ins Haus und dann in die Wohnung des Mehrfamilienhauses gekommen sind, war laut Polizei unklar. Was sie mit den Schuhen angestellt haben, ebenfalls.

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