Diese Band spielt Hardrock zur Entspannung

CAS Sounds - Folge 2

Wie die Band heißt, ist noch nicht so ganz klar. Vorläufig nennen sich die Herren „Die harten Weichen“. Es soll ein Wortspiel sein, eine Anspielung auf den Arbeitgeber einiger Bandmitglieder - die Bahn. Aber ob es der Name sein soll? Noch unklar. In unserer neuen Serie CAS Sounds stellen wir sie vor - mit einer Hörprobe.

CASTROP-RAUXEL

, 30.06.2017 / Lesedauer: 3 min

 

In unserer Serie CAS Sounds besuchten wir Frank Schwarzing, Michael Lipovsek, Horst Hammelstein, Jörg Mummenhoff und Jonas Ranft bei einer Probe am Sonntag in ihrem Keller im Ferroinspect-Gebäude an der Wartbugstraße.

„Live* wire“ spielen sie vor – ein Coverstück, einen Rock-Klassiker von AC/DC. An der Wand im muffigen Proberaum hinter der gedämmten Blechtür hängt ein Poster von Metallica. Hardrock, Heavy Metal, das ist ihre Stilrichtung. Gemischt schon mal mit einer Prise Westernhagen. „Für den Kontrast“, sagt Gitarrist Michael (50). Oder dem „Bett im Kornfeld“ von Jürgen Drews, das Sänger und Gitarrist Frank (52) – wohl als kleinen Gag für den Gast von der Presse – kurz anspielt. Seit November 2015 treffen sie sich zweimal in der Woche. Vergangenen Sonntag gleich drei Stunden.

Rock zum Abschalten

„Das ist neben der Arbeit mal was anderes – zum Abschalten“, sagt Frank Schwarzing, und Jörg Mummenhoff (30) nennt es, halb im Spaß, eine Art Gruppentherapie. Für Horst Hammelstein (50), der in der Straßenreinigung beim EUV arbeitet, sei es wirklich Therapie gewesen: Das Schlagzeugspielen helfe ihm, nachdem er einen leichten Schlaganfall hatte. Und auch wenn Jonas Ranft (33), wie Hammelstein beim EUV in der Müllabfuhr und im Winterdienst tätig, werdender Vater und aktuell auch noch Zechenhaus-Sanierer, gerade genug zu tun hätte: Man findet trotzdem noch Zeit, zusammen Musik zu machen.

Für die Bühne seien sie noch nicht fit, sagen die Herren: 20 Songs müsse man dafür drauf haben. Aber daran arbeiten die Männer aus Ickern und Dortmund Woche für Woche. Dabei stoßen sie bald wohl auf eine neue Baustelle – wie viele ihrer Band-Nachbarn: Zum Jahresende will Dieter Trudewig, der Vermieter der rund 50 Proberäume, sich aufs Altenteil zurück ziehen.

Bangen um Proberaum

Als Horst Hammelstein das im März aus den Ruhr Nachrichten erfuhr, schrieb er einen Brief an den Bürgermeister. „Ich habe Antwort von seinem Mitarbeiter bekommen, dass Herr Kravanja sich kümmern wolle“, sagt er am Sonntag. Besser als hier, sagen sie, könnte man es nicht haben: „Man kann immer rein in den Raum, das ist optimal“, sagt Jörg. Man müsse ihn nicht mit anderen teilen, könne seine Instrumente stehen lassen. „Und alles andere“, sagt Jonas, „ist deutlich weiter weg.“ Man habe sich in Wanne, in Huckarde, sogar in Dülmen schon mal was anderes angesehen – an dieses Haus reicht davon nichts heran.

 

 

* In einer früheren Version dieses Artikels schrieben wir "Life wire". Der AC/DC-Song heißt aber "Live wire". 

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