DNA-Gutachten belastet mutmaßlichen Geldautomaten-Sprenger

rnLandgericht

Drei mutmaßliche Mitglieder der Audi-Bande sollen in Castrop-Rauxel versucht haben, einen Geldautomaten zu sprengen. Belastet werden sie von DNA-Spuren. Vor Gericht zweifeln sie das aber an.

Frohlinde

, 12.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Seit Monaten verhandelt die 43. Strafkammer gegen die zwei Männer und eine Frau, die im April aus den Niederlanden nach Castrop-Rauxel gekommen sein sollen, um in der Sparkassen-Filiale an der Dortmunder Straße zuzuschlagen. Am Dienstag wurde die DNA-Expertin Diana Fleckenstein vom Landeskriminalamt NRW als Zeugin und Sachverständige vernommen. Was sie zu sagen hatte, klang eindeutig. Eigentlich.

Handschuhe und Flasche gefunden

An zwei Handschuhen und einer Flasche, die am Tatort aufgefunden wurden, konnten Fleckstein und ihr Team DNA-Spuren sichern. Das Ergebnis der Untersuchung: Als Spurenleger kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einer der Angeklagten in Betracht. "Aus Sicht des Gutachters bestehen keine berechtigten Zweifel daran, dass er der Urheber der Spur ist", sagte die Sachverständige.

Keine berechtigten Zweifel? Da hatte Fleckenstein allerdings nicht mit der Kampfeslust des Verteidigers gerechnet. Vehement trug der Anwalt anschließend seine eigenen Theorien vor, nach der nicht nur sein Mandant, sondern noch eine Vielzahl weiterer, bisher unbekannter Männer für die Spuren verantwortlich sein könnten. Einwände der Sachverständigen, das sei in der Gesamtschau "äußerst unwahrscheinlich", wischte der Verteidiger beiseite. "Ich spreche nicht von Wahrscheinlichkeiten, sondern davon, was theoretisch möglich ist."

Drei Taten werden dem Trio angelastet

Ob er die Richter damit überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Tatsache ist, dass die Staatsanwaltschaft dem angeklagten Trio neben dem Coup in Castrop-Rauxel zwei weitere Geldautomaten-Sprengungen zur Last legt. In Ratingen und Schüttord sollen die Niederländer insgesamt mehr als 130.000 Euro erbeutet haben.

An der Dortmunder Straße wurden sie laut Anklage dagegen von einem Passanten gestört, der plötzlich mitten in der Nacht vor der Sparkassen-Filiale auftauchte. Nach der Flucht der Täter stellte die Polizei an dem Geldautomaten Flaschen mit Gas und Sauerstoff sicher. Auch der Zünddraht soll bereits angeschlossen gewesen sein.

Die Angeklagten sollen Mitglieder der sogenannten Audi-Bande gewesen sein, die im ganzen Ruhrgebiet bereits zugeschlagen hat. Ihren Namen verdienten sich die Täter damit, dass sie stets mit zuvor gestohlenen Sportwagen der Marke Audi von den Tatorten flüchteten.

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