Dringende Warnung vor Kohlenmonoxid: Gasheizung wird bei Hitze zur echten Gefahr

rnCO-Vergiftung

Feuerwehr und Schornsteinfeger warnen vor Störungen an Gasheizungen in der aktueller Hitzewelle. Es droht eine lebensgefährliche CO-Vergiftung. Was man tun kann, um sicher zu bleiben.

Castrop-Rauxel

, 26.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Steigt das Thermometer über 30 Grad Celsius, können ältere Gasthermen zur Gefahr werden. Denn durch die hohen Außentemperaturen kann es in Kaminen zu einem Abgasrückstau kommen. Und der kann lebensgefährlich werden. Die Gefahr besteht bei Gasthermen in Etagenwohnungen, aber auch in Einfamilienhäusern, wo die Therme oft im Keller steht.

„Durch den Rückstau erhöht sich die Kohlenmonoxidgefahr in Wohnungen. Auch wenn momentan keine Heizung gebraucht wird, werden die Geräte meist zur Warmwasserbereitung benötigt und somit auch bei der extremen Hitze betrieben“, so Karl Heinz van Wesel, Obermeister der Schornsteinfegerinnung für den Regierungsbezirk Münster.

Die Gefahr ist: Gas ist farb- und geruchslos

Betroffene bemerken eine drohende Kohlenmonoxid-Vergiftung häufig zunächst nicht, weil das Gas farb- und geruchlos ist und keinen Hustenreiz auslöst. Einige Symptome sind Kopfschmerzen, gefühlte Atemnot und Schwindel. Eine CO-Vergiftung kann lebensgefährlich sein.

Auch im Kreis Recklinghausen, so bestätigte jetzt die Kreisverwaltung, rückte die Feuerwehr in den vergangenen Tagen vermehrt zu Einsätzen aufgrund drohender Kohlenmonoxid-Vergiftungen CO-Vergiftungen aus.

Gefahr durch mobile Klimaanlagen

Besondere Gefahren gingen zusätzlich von Gasheizungen in Kombination mit mobilen Klimageräten aus, warnt der Innungs-Obermeister: „Denn diese Geräte entziehen den Räumen Wärme, indem sie warme Luft über einen Schlauch nach außen absaugen und somit für einen Unterdruck in der Wohnung sorgen. Dadurch können auch Abgase aus dem Schornstein in die Wohnung gezogen werden.“

Was sollte man tun? Die Schornsteinfegerinnung und die Feuerwehr-Leitstelle empfehlen darum dingend, Gasfeuerstätten in Wohnungen nur mit geöffnetem Fenster zu betreiben. Das ist an diesen heißen Tagen natürlich nicht leicht, aber die Sicherheit der Menschen geht vor.

Kohlenmonoxid-Melder installieren

Reiner Dewulf, Hauptdezernent für Gefahrenabwehr bei der Bezirksregierung, rät ebenso wie Karl Heinz van Wesel Nutzern älterer Gasheizungen und -Thermen zudem dringend zum Einbau von sogenannten „CO-Meldern“.

Anders als Rauchwarnmelder seien diese nicht gesetzlich vorgeschrieben. Aber: „CO-Melder, die es in jedem Baumarkt gibt, erkennen die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Umgebungsluft lange vor einer Vergiftung. Das ist eine sinnvolle Investition. Unverzichtbar ist aber vor allem die regelmäßige Wartung von Gasthermen, Durchlauferhitzern und Heizungen.“

Das Schornsteinfegerhandwerk empfiehlt darüber hinaus, Gasfeuerstätten in Wohnungen nur mit geöffnetem Fenster zu betreiben.

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