Ebay-Betrügereien könnten 27-Jährigen hinter Gitter bringen

rnGericht

388 Euro zahlte der Käufer für drei Kartons Lego-Technic. Doch die Ware kam nie an. Wie die Drohne, die der Castrop-Rauxeler ebenfalls bei Ebay angeboten hatte. Jetzt steht er vor Gericht.

Castrop-Rauxel

, 02.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche Menschen spekulieren an der Börse, andere kaufen Gold, Bitcoins oder eben Lego. Vor allem Lego-Technic Bausätze, original verpackt, sind hoch im Kurs. Sind manchmal erheblich teurer als einst im Laden.

Deshalb schlug der 56-Jährige auch zu, als er auf der Internet-Plattform Ebay-Kleinanzeigen drei Kartons Lego-Technic entdeckte, darunter ein Kran und eine Raupe. „Die Sachen sind begehrt, dürfen aber nicht bespielt sein, sondern original verpackt“, klärte der geprellte Käufer den Richter jetzt vor dem Amtsgericht auf.


Keine Belege für Versand

Er war als Zeuge geladen. Denn der Verkäufer, ein 27-jährige Castrop-Rauxeler, ist wegen Betrugs angeklagt, soll diese drei Lego-Sets gar nicht versandt haben. Wie auch die Drohne, die ein anderer Käufer für 800 Euro erworben, aber bis heute nicht erhalten hat.

„Ich habe alles verschickt“, beteuerte der Angeklagte. Und erklärte den fehlenden Beleg für den Versand der Lego-Artikel damit, dass er einen preiswerten, unversicherten Versand gewählt habe. Aus Kostengründen.

Konnte dem ungeduldig wartenden Käufer folglich keine Trackingnummer nennen, damit dieser den Transport online verfolgen kann. Für die Drohne gäbe es aber irgendwo zuhause einen Versandbeleg, schob er nach.

Käufer hatte Vertrauen

Stutzig wurde der Käufer der Lego-Sets erst spät. „Ich hatte volles Vertrauen“, sagte er. Der Verkäufer habe auf einige Nachfragen zur Ware freundlich, kompetent und ausführlich geantwortet. Hatte die Tatsache, dass er drei unangetastete Lego-Sets anbot, damit erklärt, dass die gleichen Artikel noch einmal zusammengebaut in seinem Keller stünden. Und er die Duplikate aus Platzgründen verkaufe.

Der Kunde kaufte, zahlte 388 Euro auf das angegebene Konto und wartete. Vergeblich. Auf Nachfragen gab es keine Antwort. Schließlich zeigte er den Verkäufer an.


Anderweitig verkauft

Nach Beratung mit seinem Verteidiger knickte der Angeklagte ein. Gestand, die Ware nicht versandt zu haben. Später habe er sie anderweitig verkauft. Dem geprellten Käufer will er den Schaden erstatten, zahlte schon mal 150 Euro in bar.

Blieb die Drohne. Er hatte sie Weihnachten vom Vater als Geschenk bekommen. Und zwei Monate später im Internet für 800 Euro verkauft. Die will er wirklich versandt haben. Den Beleg will er nun suchen.

Wo ist die Drohne?

In einem Fortsetzungstermin will der Richter noch den Vater hören und klären, warum die Drohne ihren Zielort noch nicht erreicht hat. Denn für den Angeklagten steht viel auf dem Spiel. Er steht derzeit unter laufender Bewährung, ist bereits zu einer Haftstrafe mit ähnlichem Hintergrund verurteilt. Die könnte widerrufen, die dann abzusitzende Haftzeit durch das neue Urteil verlängert werden.

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