Ebay-Betrug: Castrop-Rauxeler (27) verkauft teure Drohne – obwohl es die gar nicht gab

rnBetrug bei Ebay

Er kassierte satte 800 Euro für eine Drohne. Doch das bei Ebay angebotene Flugobjekt gab es gar nicht. Dafür könnte der 27-jährige Angeklagte aus Castrop-Rauxel in den Knast wandern.

Castrop-Rauxel

, 25.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fortsetzungstermin im Amtsgericht: War die Hauptverhandlung lang und zäh, machte es der Angeklagte diesmal kurz. „Ich habe gelogen, die Drohne gab es gar nicht“, sagte er sofort zu Beginn der Fortsetzungsverhandlung.

Zur Erinnerung: Der 27-jährige Castrop-Rauxeler war angeklagt, über Ebay drei Lego-Sets verkauft zu haben. Er kassierte 388 Euro für die Lego-Technic-Bausätze. Was für den 56-jährigen Käufer ein wahres Schnäppchen zu sein schien, werden original verpackte, unbespielte Lego-Sets doch hoch gehandelt.

Ebay-Käufer immer wieder vertröstet

Doch das vermeintliche Schnäppchen erwies sich als Betrug. Nach langem Mail-Wechsel mit Vertröstungen zeigte der Geprellte den Verkäufer schließlich an. Bis der Angeklagte diesen Betrug gestand, dauerte es.

Zunächst hatte er vor Gericht versucht, sich herauszureden. Wollte dem Richter weismachen, einen unversicherten Versand gewählt zu haben, aus Kostengründen. Könne daher den Versand nicht belegen.

Für die Drohne, die Inhalt des zweiten Betrugsvorwurfes war, habe er jedoch einen Versandbeleg, hatte der Angeklagte in der Hauptverhandlung beteuert. Und eine Geschichte dazu erzählt.

Demnach hatte er die Drohne erst zu Weihnachten bekommen, vom Vater. Bot sie jedoch nur zwei Monate später auf Ebay an und kassierte stolze 800 Euro für das Flugobjekt.

Dem Papa einen peinlichen Auftritt erspart

Doch die Drohne ist nie beim Käufer gelandet. Deshalb wollte der Richter den Versandbeleg sehen und den Vater hören. Setzte einen Fortsetzungstermin fest. Zu diesem erschien der 27-Jährige ohne den Papa. Und bald wurde klar, dass er diesem einen peinlichen Auftritt ersparen wollte.

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Hatte er in der ersten Sitzung erst nach langer Beratung mit seinem Verteidiger gestanden, in Sachen Lego gelogen zu haben, kam die Wahrheit diesmal schneller auf den Tisch. Alles nur erfunden.

„Warum brauchten Sie das Geld?“, wollte der Richter wissen. „Für eine Handy-Finanzierung“, so die Antwort.

Ein Jahr Haft ohne Bewährung

Diese Art der Geldbeschaffung hat er Angeklagte allerdings schon mehrfach versucht. Sein Vorstrafenregister weist 16 Eintragungen auf. Derzeit steht er unter laufender Bewährung, ebenfalls wegen Ebay-Betrugs.

Darum stand für den Angeklagten viel auf dem Spiel. Das zeigte sich im Urteil: Ein Jahr Haft ohne Bewährung. Dazu der Widerruf der laufenden Bewährung. Macht weitere zwei Jahre aus.

Keine gute Nachricht für den 27-Jährigen, der zurzeit in einer Ausbildung steckt. Deshalb gab ihm der Richter einen Rat: Widerspruch gegen das Urteil. In der Hoffnung, bis zur Verhandlung vor dem Landgericht seine Ausbildung abgeschlossen und einen lauteren Weg eingeschlagen zu haben. Als Option für eine mögliche weitere Bewährungschance.

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